Bernau: Unter dem Titel „Zeitenblende Bernau, die 90er“/Teil 2 präsentiert die Stadt ab 18. April im Kantorhaus Fotografien von Gerd Markert.
„Wir setzen die vielbeachtete Ausstellung aus dem vergangenen Jahr mit einem zweiten Teil fort“, berichtet Sabine Oswald-Göritz, Mitarbeiterin des Kulturamts. „Da sich die Exposition 2025 einer großen Publikumsresonanz erfreute, haben wir Gerd Markert gebeten, in sein umfangreiches Archiv einzutauchen und für die Bernauerinnen und Bernauer eine weitere Ausstellung mit seinen Fotos zusammenzustellen“, so die Mitarbeiterin des Kulturamts, die die Schau im Auftrag der Stadt organisiert.
Gezeigt werden erneut Fotos vorwiegend in schwarz/weiß von einer Zeit, in der es die DDR nicht mehr gab und sich die neue Ordnung auch in Bernau noch nicht etabliert hatte. Als Pressefotograf war Gerd Markert mit der Kamera unterwegs und hielt Bilder fest, die heute Zeitzeugnisse der Wendezeit sind. Er zeichnete ungeschminkt und mit dokumentarischer Schärfe die Brüche und Umbrüche in schwarz-weiß auf – Alltagsszenen, Straßenbilder, Baustellen, belebte und verlassene Läden, Spielplätze, Kasernen in ihren Außenmauern, in ihren leer gezogenen, trostlosen Innenräumen, in ihren Rückständen. Und er fand Motive, die sich in ihrer Direktheit heute kaum noch so festhalten lassen: Porträts von Menschen, die in dieser Szenerie ihr Lebensumfeld hatten. Es sind Zeitenblenden der 90er, verortet in Bernau.

„Die Ausstellungsbesucher nahmen 2025 die unausgesprochene Aufforderung ernst, sich zu erinnern“, berichtet Sabine Oswald-Göritz. Sie erzählten ihre Geschichten und kamen miteinander in einen regen, teils heftigen Austausch. „Wir hoffen, dass auch die zweite Markert-Exposition diese Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit wieder anregt und uns die Ausstellungsbesucher von ihren persönlichen Erlebnissen und zu meisternden Lebenssituationen berichten“, so die Mitarbeiterin des Kulturamts.
Der 1966 in Eisenhüttenstadt geborene Markert arbeitete nach dem Abitur und der Armeezeit einige Jahre als Kameraassistent im DEFA-Dokumentarfilmstudio Babelsberg und anschließend als Fotograf für die Märkische Oderzeitung in der Lokalredaktion Bernau. Seit 2023 ist er als selbständiger Fotograf tätig.
Vernissage und Sonderveranstaltung zur Ausstellung
Am Freitag, dem 17. April 2025, lädt das Kulturamt um 18 Uhr zur Vernissage in das Kantorhaus, Tuchmacherstraße 13, 16321 Bernau ein.
Im Rahmen der Ausstellung findet am Donnerstag, dem 23. April, um 18 Uhr die Sonderveranstaltung „Die 90er. Neue Ideen. Neues Planen. Neues Bauen.“ statt. Dipl. Formgestalter und Architekt Friedemann Seeger und bis 2012 Leiter des Bernauer Stadtplanungsamtes erläutert im Gespräch, wie die Bernauer Stadtgestaltung nach der Wende aussah und was überhaupt möglich war.
Öffnungszeiten
Die Fotoausstellung ist vom 18. April bis 17. Mai 2026 freitags, samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen zu dieser Exposition erhalten Sie beim Kulturamt der Stadt Bernau unter Telefon 03338 365-311 oder per E-Mail kulturamt@bernau-bei-berlin.de
















