Bernau: Zwischen der Bronze-Skulptur „Andreas“, der schreitenden Dame und dem porträtierten „Jan“ wurde am vergangenen Freitag, dem 8. Mai, die Sonderausstellung der Bildhauerin Emerita Pansowová feierlich eröffnet. Die Vernissage fand unter musikalischer Begleitung auf der Dachterrasse des Neuen Rathauses statt, einem von insgesamt drei Orten, an denen ausgewählte Werke der Künstlerin bis zum Ende des Sommers zu sehen sein werden.
Anlässlich des 80. Geburtstages der Bildhauerin wurden zusätzlich zu den zwei dauerhaft im Stadtbild präsenten Kunstwerken sechs weitere Exponate aus ihrem Privatbesitz als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung verteilt sich über mehrere Stationen in der Bernauer Innenstadt: Neben den drei neu aufgestellten Bronze-Plastiken auf der Dachterrasse des Neuen Rathauses bietet der Kunstraum Innenstadt weitere Einblicke in das Werk der gebürtigen Slowakin. Dort können die Plastik „An Gret Palucca“ sowie ein Gips-Porträt mit dem Titel „Jens Semrau“ bestaunt werden. Dr. Jens Semrau selbst hielt im Rahmen der feierlichen Eröffnung eine Laudatio auf die Künstlerin.

Sabine Oswald-Göritz vom Kulturamt der Stadt Bernau betonte zudem die Tiefe der Arbeiten: „Emerita Pansowovás Formensprache besticht durch eine bewusste Strenge und Klarheit, die niemals kühl wirkt. Wer sich auf ihre Skulpturen einlässt, spürt das tiefe innere Wesen und die feine Verletzlichkeit, die in der Bronze und im Stein konserviert sind. Obwohl sie aus festem Material wie Bronze oder Stein bestehen, schafft sie es, den Figuren eine Innerlichkeit und Sensibilität zu verleihen mit einem Stil, dem sie über die Jahre hinweg treu geblieben ist.“
Ein weiteres Highlight der Sonderausstellung ist die Bronze-Statue „Stehende (Monika)“, die vorübergehend im Innenhof der Galerie Bernau einen Platz gefunden hat. Ergänzt werden diese Leihgaben durch die fest installierten Werke der Künstlerin im Stadtgebiet. Dazu gehört das 2016 entstandene Relief „Woher? Wohin?“, ein Betonguss, der seit 2025 die Dachterrasse des Neuen Rathauses ziert. Bezugnehmend auf den Titel des Reliefs bemerkte Bürgermeister André Stahl in seiner Ansprache: „Die Frage nach dem ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ passt wunderbar zu allen Besucherinnen und Besuchern, die ins Rathaus kommen und ein Anliegen haben. Kunst im öffentlichen Raum macht unsere Stadt erst lebendig. Dass wir die Werke von Emerita Pansowová diesen Sommer so geballt erleben dürfen, ist ein großes Geschenk für alle Bürgerinnen und Bürger.“
Ebenfalls dauerhaft präsent ist die Skulptur „Werden“ aus Gneis. Diese entstand 2011 während des internationalen Bildhauersymposiums „Steine ohne Grenzen“ und hat seit 2015 ihren festen Platz im Külzpark am historischen Steintor.
Die rund 80 Gäste, darunter Kunstinteressierte, Künstlerinnen und Künstler aus dem Berliner Raum sowie weitere im Rathaus ausstellende Bildhauer, begaben sich gemeinsam mit der Künstlerin nach der Eröffnung auf einen etwa zweistündigen Rundgang durch die Innenstadt. An den einzelnen Stationen nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, direkt mit Emerita Pansowová ins Gespräch zu kommen und sich intensiv über ihr facettenreiches Schaffen auszutauschen.














