Drei Brandenburger Unternehmen sind für ihr herausragendes Engagement bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen mit dem Arbeitgeber*innenpreis „Erfolg inklusiv“ ausgezeichnet worden. Die Präsidentin des Landesamtes für Soziales und Versorgung (LASV), Christina Schröter, und Rainer Liesegang, Leiter der Abteilung Soziales im Sozialministerium, überreichten die Auszeichnung an die Lebensmittelmärkte Maske GmbH (Barnim), die DKB STIFTUNG Jugenddörfer gGmbH – Jugenddorf am Ruppiner See (Ostprignitz-Ruppin) und die AWO Reha-Gut Kemlitz gGmbH (Teltow-Fläming). Das Sozialministerium hat den Preis gemeinsam mit dem LASV bereits zum dritten Mal verliehen. Die feierliche Zeremonie fand auch in diesem Jahr im Rahmen der Ausbildungsmesse „Impuls Cottbus“ statt. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhielten neben einer Urkunde eine Prämie in Höhe von jeweils 5.000 Euro.
In der Kategorie „Inklusionsbetriebe“ entschied sich die Jury für das Inklusionsunternehmen AWO Reha-Gut Kemlitz gGmbH und die Inklusionsabteilung der DKB STIFTUNG Jugenddörfer gGmbH – Jugenddorf am Ruppiner See. In der Kategorie „Betriebe und Dienststellen“ wurde die Lebensmittelmärkte Maske GmbH prämiert. Insgesamt hatten sich zehn Unternehmen um den Arbeitgeber*innen-Preis „Erfolg inklusiv“ beworben.
LASV-Präsidentin Christina Schröter: „Ich freue mich sehr, auch dieses Jahr wieder diesen Preis, und diesmal sogar an zwei Preisträgerinnen, im Namen der Jury verliehen zu haben. Die beiden Preisträgerinnen in der Kategorie Inklusionsbetriebe verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle, beide Unternehmen eint jedoch eindrucksvoll, dass mit einer betrieblich fest verankerten und gelebten Haltung und Verantwortungsübernahme der Erfolg ,inklusiv‘ ist. Überzeugt haben die Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren individuellen Konzepten, angepasst an die Bedürfnisse der dort tätigen Menschen mit Beeinträchtigungen. Gemeinsam ist beiden Unternehmen, dass Inklusion kein Zusatz, kein Projekt und kein kurzfristiges Ziel ist, sondern gelebter Bestandteil des täglichen Arbeitens. Um dies zu erreichen, bedarf es auf der Management- und Mitarbeitenden-Ebene Empathie, Kraft, Ausdauer und guter Ideen. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Investitionen in barrierearme Arbeitsplatzausstattungen, Arbeitsplatzanalysen, Gesprächsangeboten und einem Verständnis, dass jede Person im Unternehmen gleichermaßen wichtig ist und gebraucht wird, wird Inklusion zur Normalität. Genau deshalb hat die Jury entschieden, in diesem Jahr zwei Unternehmen auszuzeichnen. Sie stehen gemeinsam für die Vielfalt inklusiver Arbeit im Land Brandenburg. Herzlichen Glückwunsch!“
Abteilungsleiter Rainer Liesegang: „Obwohl sie in der Regel gut ausgebildet und hoch motiviert sind, werden Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Unternehmen, die diese Menschen einstellen, tun daher also ganz aktiv etwas für Teilhabe und damit für ein soziales und wirtschaftliches Gedeihen unseres Landes. Ich danke den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich für ihr herausragendes Engagement im Bereich inklusiver Arbeitsmarkt und hoffe, dass ihr Beispiel Ansporn für andere Firmen und Betriebe ist. Von Inklusion profitieren schließlich auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber – sie bekommen qualifizierte Fachkräfte und stärken so ihre Attraktivität als Unternehmen.“
Die DKB-Stiftung Jugenddörfer gGmbH ist eines von drei Tochterunternehmen der DKB Stiftung für gesellschaftliches Engagement mit Sitz in Liebenberg im Land Brandenburg. Das 2002 am Ruppiner See entstandene Jugenddorf wurde ab dem Jahr 2009 zu einer Inklusionsabteilung im Gastgewerbe entwickelt. Es bietet vor allem Unterkunft und Programm für Jugend- und Klassenreisen, aber auch Hochzeiten, Seminare oder Tagungen können dort durchgeführt werden. Die Abteilung beschäftigt 33 Mitarbeitende, davon 13 Menschen mit Schwerbehinderung.
Die AWO Reha-Gut Kemlitz gGmbH gehört seit 1990 zum AWO Bezirksverband Brandenburg Süd e.V. und ist ein landwirtschaftlicher Betrieb. Neben einer Kartoffelschälabteilung verfügt das Inklusionsunternehmen auch über eine große Milchviehanlage, bei der nicht nur effiziente Technik zum Einsatz kommt, sondern ebenso die notwendigen Streicheleinheiten und intensive Pflege, z.B. der Kälbchen, täglich auf dem Programm steht. Das gemeinsame und gleichberechtigte Arbeiten von Beschäftigten mit und ohne Behinderung sowie der Einsatz für eine Ausbildung stehen besonders im Fokus. Das Unternehmen beschäftigt 31 Mitarbeitende, davon 13 mit einer Schwerbehinderung.
Die Lebensmittelmärkte Maske GmbH wurde 2007 als Familienunternehmen mit zwei Märkten gegründet und ist heute an drei Standorten in Brandenburg vertreten. Das Unternehmen hat eine eigene Schulung entwickelt, die inzwischen sogar im EDEKA-Seminarkatalog angeboten wird. Ergänzt wird der inklusive Ansatz durch Workshops, Feedbackgespräche und eine offene Gesprächskultur im Team. Das Unternehmen engagiert sich zudem über die eigenen Betriebsgrenzen hinaus und teilt seine Erfahrungen mit anderen Einzelhändlern. Die Firma beschäftigt rund 120 Mitarbeitende sowie 14 Auszubildende. Mehr als zehn Prozent der Beschäftigten sind Menschen mit Schwerbehinderung oder gleichgestellte Mitarbeitende.
Der Arbeitgeber*innenpreis des Landes Brandenburg „Erfolg inklusiv“ prämiert vorbildliche Praxisbeispiele der Beschäftigung oder Ausbildung sowie besondere Initiativen zur Beschäftigungssicherung von Menschen mit Behinderungen. Das Sozialministerium und das LASV vergeben diesen Preis alle zwei Jahre. Der Preis wurde zum ersten Mal im Juni 2022 verliehen.









