UNSICHTBAR
JAHRESTHEMA DER GALERIE BERNAU 2027
Wen und was sehen wir in unserem Umfeld, in Kulturinstitutionen, in den Medien? Und direkt daran angeschlossen: Wen und was sehen wir nicht? Vieles geht in einer reizüberfluteten Welt unter, viele wurden noch nie wirklich gesehen. Wir möchten uns im Jahr 2027 mit Perspektiven auf das häufig Übersehene und Unsichtbare auseinandersetzen. Die Galerie Bernau lädt dazu Kunstschaffende aus Brandenburg und Berlin ein, Konzepte einzureichen, die aus den unterschiedlichen Sparten der Bildenden Kunst auf dieses Thema blicken.
C the Unseen war das Motto der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 und verdeutlichte ein wohl oft erlebtes Gefühl der Chemnitzer*innen, nicht gesehen zu werden. Viele reisten zu diesem Anlass zum ersten Mal in die sächsische Stadt, die keine ICE-Anbindung hat.
Durch die Kunstgeschichte zieht sich immer weiter die mangelnde Repräsentation weiblicher Künstlerinnen, dabei sind Frauen nicht einmal eine gesellschaftliche Minderheit. Die Stadt Bernau hat es sich zur Aufgabe gemacht, dagegen zu halten und Frauen insgesamt sichtbarer zu machen. Solche Bestrebungen werfen Fragen auf gesellschaftlicher und persönlicher Ebene auf: Wie kommt es immer wieder zum Übersehen und damit zum Ausschluss zahlreicher Perspektiven, meist aus Minderheiten? Was sagt das über uns aus? Wann haben Sie sich das letzte Mal gesehen gefühlt?
Vermutlich ist es gar nicht so leicht, das Unsichtbare zu entdecken. Ziemlich sicher nehmen wir vieles auf unseren täglichen Wegen schlichtweg nicht wahr. Zeit, Blicke hinter Fassaden und in die Zwischenräume zu richten, das Unsichtbare zu beachten und auszustellen. Ein Großteil der Kunst
ist der Allgemeinheit verborgen, in Ateliers, privaten Kellern oder im Sammlungsdepot. Oft mangelt es an Räumen, um Dinge sichtbar zu machen. Und dann wäre da noch die digitale Welt, in der wir einen erheblichen Teil unserer Zeit verbringen, in dem auch ganz vieles im Verborgenen vonstattengeht. Unser Ziel für das Jahr 2027 ist es, Raum für das Ungesehene und Unsichtbare zu schaffen und Künstler*innen, Werken und Perspektiven eine Plattform zu bieten, die sich mit dem Unsichtbaren auseinandersetzen möchten.
Wir freuen uns auf Bewerbungen von Künstler*innen jeden Alters und aus allen Sparten der Bilden-den Kunst mit Wohnsitz in Brandenburg und Berlin für das Jahresprogramm 2027. Weiterhin wird die fünfte Jahresausstellung einer prägenden Bernauer Kunstpersönlichkeit gewidmet und durch die Jury separat ausgewählt. Die Galerie Bernau versteht sich als ein Ort für Austausch und für die Stadtgesellschaft, in den Ausstellungsräumen finden regelmäßig Zusammenkünfte und Veranstaltungen statt.
Das vollständig ausgefüllte Bewerbungsformular und ergänzende Unterlagen sind bis zum 14. Juni 2026 zu richten an: galerie@best-bernau.de. Das Bewerbungsformular und detaillierte Angaben zur Bewerbung finden Sie unter: www.galerie-bernau.de.
Checkliste Bewerbung & Unterlagen
- Bewerbungsformular
- Konzepttext (max. 1 A4 Seite)
- Abbildungen samt Nachweisen (max. 10 pro Künstler*in)
- Lebenslauf (max. 1 A4 pro Künstler*in)
- Schätzung der Materialkosten & ggf. der Produktionskosten (max. 1 A4 Seite)
- Bewerbung & Unterlagen in Form einer PDF (max. 10 MB)
Wer kann sich bewerben?
Künstler*innen mit Wohnsitz oder Arbeitsort in Brandenburg oder Berlin können sich für eine Einzel- oder Gruppenausstellung in der GALERIE BERNAU bewerben. Antragsberechtigt sind Künstler*innen die eine KSK-Mitgliedschaft im Bereich Bildende Kunst nachweisen können oder durch eine langjährige professionelle künstlerische Arbeit ausgezeichnet haben und ihre Befähigung in Arbeitsproben nachweisen können.
Fachjury
Die Bewerbungen werden einer unabhängigen Fachjury vorgelegt. Die Entscheidung der Jury wird grundsätzlich nicht begründet. Wir bitten von Zwischenfragen abzusehen, alle Bewerber*innen werden über die Entscheidung der Jury per E-Mail informiert.
Zusammenarbeit
Die ausgewählten Projekte werden durch die Galerie professionell betreut. Die Gestaltung der Ausstellung erfolgt gemeinsam mit den Künstler*innen. Die endgültige Entscheidung obliegt der Galerie. In ihrem Verständnis als Ort für die Stadtgesellschaft und für Austausch werden freie Flächen in jeder Ausstellung für Zusammenkünfte und Veranstaltungen eingeplant.
Ausstellungshonorar
Eine Ausstellungsvergütung wird gezahlt: Einzelausstellungen 1.000 Euro, Gruppenausstellungen mit zwei Künstler*innen 500 Euro, mit drei bis zehn Künstler*innen 350 Euro pro Person.
Produktions- und Materialkosten
Für die Umsetzung der ausgewählten Ausstellungsprojekte sind Material- und Produktionskosten in Höhe von bis zu 1.500 Euro (brutto) vorgesehen. Der vorgenannte Betrag ist als Kostenobergrenze zu verstehen, die nicht überschritten werden darf. Das finale Budget für Produktions- und Materialkosten wird nach der Zusage mit der Galerie abgestimmt.
Transportkosten
Transportkosten werden bis zu einer Höhe von max. 500 Euro pro Ausstellung übernommen.
Versicherung
Die künstlerischen Werke, deren Gesamtwert die Summe von 100.000 Euro nicht überschreiten darf, sind über den gesamten Zeitraum der Ausstellungsdauer versichert.
Bewilligung Projektmitteln
Die GALERIE BERNAU ist ein nicht-kommerzieller Kunstraum, die Zusage zu einer Ausstellung erfolgt unter Vorbehalt der Bewilligung von Projektmitteln.
Einreichungsmodalitäten
Einsendeschluss ist der 14. Juni 2026. Die Bewerbungseinreichung erfolgt ausschließlich digital. Die geforderten Unterlagen sind als PDF in einem E-Mail-Anhang an die E-Mail-Adresse: galerie@best-bernau.de. Verspätet eingereichte oder unvollständige Bewerbungen können leider nicht berücksichtigt werden.















