Britz-Chorin-Oderberg: In Lunow-Stolzenhagen stellt Fabian Frucht einen Begegnungsort auf die Beine. Das Projekt wird vom Verein Neuland gewinnen und der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus unterstützt.
Handwerk und Kreativität stiften Gemeinschaft: Fabian Frucht organisiert einen Ort für gemeinschaftlichen kulturellen und handwerklichen Austausch in Lunow-Stolzenhagen in Brandenburg. Frucht baute in einem alten Dreiseithof einen Ort vielfältiger Aktivität: Das alte Stallgebäude wurde zur Werkstatt, der Raum nebenan zum Café, jeden Freitag kommen Menschen, um Fahrräder zu reparieren, mit Holz oder Metall zu arbeiten oder einfach nur einen Kaffee zu trinken.
„Und wir wollen noch mehr professionelle Formate anbieten“, so Fabian Frucht, „zum Beispiel Expert:innen einladen, um einen Schweißkurs durchzuführen, Computer-Hilfe oder Kunsthandwerk zum Mitmachen anbieten. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.“
Das Programm Neulandsucher Ost-West“
Mit dem Programm „Neulandsucher Ost-West“ unterstützt der Verein Neuland gewinnen e.V. in Kooperation mit der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus engagierte Menschen, die in ihren Dörfern und Kleinstädten Teilhabe und demokratisches Miteinander einstehen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch untereinander und die Einbindung in das wachsende Netzwerk der Neulandgewinnerinnen. Bei der Umsetzung ihrer Projekte werden Neulandsucherinnen durch erfahrene Prozessbegleiterinnen und Gestalterinnen begleitet. Jedes Projekt erhält darüber hinaus 50.000 Euro Projektförderung.
„Demokratie als Lebensform“ findet nicht primär in Institutionen statt, sondern im Alltag unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Gerade auf dem Land braucht es daher engagierte Menschen, die Gesellschaft gestalten, Räume für Austausch und Zusammensein schaffen und dazu einladen, über politische Grenzen hinweg ins Gespräch zu kommen.
Das Projekt: Werkstatt Café Kietz 7
Geboren am Bodensee, kam Fabian Frucht nach der Wende mit seinen Eltern im Alter von fünf Jahren nach Brandenburg. Seine Familie habe sich als Zugezogene nicht integriert gefühlt – und vielleicht war es auch diese Erfahrung, weshalb Fabian Frucht nun einen Ort des Zusammenhalts aufbaut.
2020 erwarb zusammen mit seiner Partnerin Danny in Stolzenhagen einen alten Dreiseithof, den es nun sukzessive ausbaut – und für die Gemeinschaft nutzt. Das alte Stallgebäude wurde zur Werkstatt, der Raum nebenan zum Café; und jeden Freitag kommen nun die unterschiedlichsten Bewohner Stolzenhagens auf den Hof, um Fahrräder zu reparieren, mit Holz oder Metall zu arbeiten oder einfach nur einen Kaffee zu trinken.
„Leute kommen zum Werkeln, Leute kommen zum Quatschen, Leute kommen zum Fachsimpeln, Kinder toben an der Tischtennisplatte,“ sagte Fabian Frucht. „Und wir wollen noch mehr professionelle Formate anbieten, zum Beispiel Expert:innen einladen, um einen Schweißkurs durchzuführen, Computer-Hilfe oder Kunsthandwerk zum Mitmachen anbieten. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.“
Und weil der neue Begegnungsort so gut angenommen wird, soll er weiterwachsen. Es soll eine Leinwand für ein Open-Air-Kino angeschafft werden, Montageständer für die Fahrradwerkstatt, Material zur Sanierung alter Sitzmöbel und für eine öffentliche Trockentoilette. Irgendwann könnte im Dachgeschoss noch ein Kunstatelier dazukommen und ein Universalraum etwa für Yoga und andere Bewegungen – ein Ort des handwerklichen und kulturellen Austausches. Ein Anfang ist also gemacht. Und wer Fabian Frucht zuhört, gewinnt den Eindruck: Es ist noch längst nicht am Ende.
Neuland gewinnen e.V.
Der Verein Neuland gewinnen e.V. sucht und entwickelt die Potenziale für ein respektvolles Zusammenleben mit jedermann, sieht die gesellschaftlichen Veränderungen als Chance und bietet ideenreich und mutig selbst Lösungen an. Mit seinen Aktivitäten fördert, vernetzt und stärkt der Verein Landaktivistinnen und Landaktivisten und gibt den Engagierten im ländlichen Raum eine Stimme.
Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus
Die Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus beschäftigt sich mit unserer demokratischen Gesellschaft, ihrer Geschichte und ihrer Ausgestaltung in der Gegenwart. Als überparteiliche Stiftung des Bundes betreibt sie zeithistorische Forschung und politische Bildung und erinnert an den Journalisten, sozialliberalen Politiker und ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss. Dessen letztes Wohnhaus in Stuttgart steht der Öffentlichkeit als Museum und Veranstaltungsort zur Verfügung und dient als Ort des Nachdenkens, des Austauschs und der Debatte über unsere „Demokratie als Lebensform“.
















