Eberswalde: Die Stadt Eberswalde hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Die Studie zeigt auf, wie die Wärmeversorgung der Waldstadt bis 2045 schrittweise klimaneutral aufgestellt werden kann. Sie bietet Eigentümerinnen und Eigentümern sowie allen Interessierten eine Orientierung, welche Heizlösungen in ihrem Wohngebiet künftig besonders geeignet sein könnten.
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Fachplanung, ein möglicher Fahrplan, für die Stadtverwaltung, Energieversorger sowie die Bürgerinnen und Bürger. Der Plan untersucht, wie viel Wärme die Gebäude in Eberswalde aktuell benötigen und welche lokalen erneuerbaren Energiequellen wie Erdwärme, Sonnenkraft oder Abwärme aus der Industrie genutzt werden können, um diesen Bedarf ohne fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl zu decken. Derzeit werden noch etwa 73 Prozent der Wärme in Eberswalde durch dezentrale fossile Energieträger erzeugt.
Im Stadtgebiet wurden 10.748 Gebäude untersucht. Die hierfür erforderlichen Daten wurden datenschutzkonform von den Schornsteinfegern und Energieversorgern bereitgestellt. Die kommunale Wärmeplanung für Eberswalde identifiziert 17 Gebiete, in denen Wärmenetze grundsätzlich aussichtsreich erscheinen. Ob dort tatsächlich neue Wärmenetze entstehen, muss in weiteren Untersuchungen geprüft werden.
Weitere Ergebnisse im Überblick
In Eberswalde besteht erhebliches Potenzial für die Wärmewende. So wurden 76 Prozent der Gebäude vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung im Jahr 1978 errichtet, und mehr als ein Fünftel gehört den ineffizienten Effizienzklassen G und H an. Der aktuelle Wärmebedarf der Stadt beträgt 334 GWh pro Jahr, könnte durch energetische Sanierungen jedoch bis 2045 auf 266 GWh sinken.
Gleichzeitig sind viele Heizungsanlagen veraltet: Rund 40 Prozent sind älter als 20 Jahre, etwa 7 Prozent sogar älter als 30 Jahre. Dem gegenüber stehen große Potenziale für erneuerbare Energie, insbesondere durch Geothermie, Solarthermie und Wärmepumpen. Diese könnten den künftigen Wärmebedarf Eberswaldes mehrfach decken und bieten damit eine solide Grundlage für eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmeversorgung.
Der Wärmeplan ist keine starre Entscheidung, sondern wird alle fünf Jahre aktualisiert, um technologische Fortschritte und neue Erkenntnisse einzubeziehen.
Warum der Umstieg auf erneuerbare Energien?
Für Eberswalde kann der Wechsel von Gas und Öl zu erneuerbaren Energien deutliche Vorteile mit sich bringen. Die Nutzenden würden unabhängiger von teuren Energieimporten aus dem Ausland und weniger anfällig gegenüber Preisschwankungen auf den Weltmärkten sein. Gleichzeitig bliebe das Geld für die Energieversorgung und -umstellung in der Region, was insbesondere dem lokalen Handwerk zugutekommt, zum Beispiel bei der Installation neuer Heizsysteme oder der Sanierung von Gebäuden. Zudem bieten erneuerbare Energien einen Schutz vor steigenden Zusatzkosten, da die CO₂-Preise für fossile Brennstoffe in Zukunft voraussichtlich weiter steigen werden, wodurch die erneuerbaren Energien langfristig die kostengünstigere Lösung darstellen.
Was bedeutet das für Sie konkret?
Die Planung unterscheidet zwischen zwei Versorgungsarten: einerseits über Wärmenetze mit zentraler Wärmeerzeugung und Versorgung über Leitungen, wie zum Beispiel Fernwärme und andererseits der Einzelversorgung mit individuellen Lösungen pro Gebäude.
Mieterinnen und Mieter können sich über die geplante Entwicklung der Wärmeversorgung in ihrem Quartier informieren und frühzeitig das Gespräch mit ihrer Vermieterin oder ihrem Vermieter suchen. Die Wärmeplanung schafft Transparenz über mögliche Veränderungen und Perspektiven. Langfristig profitieren die Mietparteien von stabileren Energiekosten sowie einem höheren Wohnkomfort durch energetisch modernisierte Gebäude.
Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilienhäusern sollten prüfen, ob ihre Immobilie in einem der 17 identifizierten Eignungsgebiete für Wärmenetze liegt. In diesen Bereichen kann ein Netzanschluss wirtschaftlich sinnvoll sein. Außerhalb potenzieller Netzgebiete werden individuelle Lösungen erforderlich. Hier gelten Wärmepumpen in Kombination mit einer guten Gebäudedämmung als besonders zukunftsfähige Option.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern bietet die kommunale Wärmeplanung eine wichtige Orientierung für Investitionsentscheidungen. Sie zeigt auf, welche Versorgungsoptionen im jeweiligen Quartier in Frage käme und erleichtert die Bewertung verschiedener Lösungen – vom Anschluss an ein Wärmenetz bis hin zur eigenen Wärmeversorgung. Dadurch können langfristig wirtschaftliche Entscheidungen getroffen und der Wert der Immobilie gesichert werden.
Unterstützung und Beratung
Die Stadt Eberswalde informiert ihre Bürgerinnen und Bürger umfassend zu diesem komplexen Thema. Dazu werden gemeinsam mit der Verbraucherzentrale im November 2026 vier Informationsveranstaltungen angeboten, die jeweils um 19 Uhr im Tourismuszentrum des Familiengartens stattfinden.
• MI 04.11. – Heizungstausch, Tipps und Tricks
• MI 11.11. – Gebäudesanierung: Dach, Fassade und Fenster
• MI 18.11. – Fokus Photovoltaik – die Kraft der Sonne nutzen
• MI 25.11. – Photovoltaik, Wärmepumpe und E-Auto – Mythen und Fakten
Für eine individuelle Energieberatung können sich Interessierte zudem an die Verbraucherzentrale Brandenburg wenden, die kostenfreie Erstberatungen per Telefon oder Videokonferenz oder kostengünstige Beratungen direkt am Objekt anbietet.
Kontakt für Rückfragen:
Stadt Eberswalde – Stadtentwicklungsamt
stadtentwicklungsamt@eberswalde.de oder 03334 64-626
















