Eberswalde: Für angestellte Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern des GLG-Verbunds konnte ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden. Vor wenigen Wochen, am 4. Mai, trafen sich die Vertreter des Marburger Bundes und die GLG-Geschäftsführung in der GLG-Zentrale in Eberswalde. Schon am Ende des ersten Verhandlungsgesprächs wurde ein einvernehmliches Ergebnis erzielt, das nun umgesetzt werden kann. Rückwirkend zum 1. April 2026 steigen die Löhne für den Ärztlichen Dienst im GLG Werner Forßmann Klinikum und im GLG Martin Gropius Krankenhaus um +2,5 %.
Dazu erklärte Juliane Holtz, Syndikusrechtsanwältin und Verhandlungsführerin des Marburger Bundes: „Trotz der derzeit sehr herausfordernden Rahmenbedingungen konnten wir dank eines lösungsorientierten Dialogs mit dieser Tarifeinigung eine Erhöhung beim Entgelt und spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die angestellten Ärztinnen und Ärzte erreichen. Besonders hervorzuheben ist, dass betriebsbedingte Kündigungen während der Laufzeit ausgeschlossen sind und damit ein wichtiges Signal zur Arbeitsplatzsicherheit gesetzt wurde. Die kurze Laufzeit von einem Jahr eröffnet zudem zeitnah die Weiterentwicklung der tariflichen Regelungen. Der Marburger Bund hat damit die Interessen der Ärztinnen und Ärzte konsequent und konstruktiv vertreten und ein ausgewogenes Ergebnis erzielt.“
Auch GLG-Geschäftsführer Dr. Jörg Mocek äußerte sich zufrieden: „Zunächst gilt mein Dank dem Marburger Bund und der Tarifkommission. Die diesjährigen Tarifverhandlungen fanden erneut in einer sehr verständnisvollen und konstruktiven Atmosphäre statt. Derzeitig befindet sich die Krankenhauslandschaft in Deutschland vor enormen Strukturveränderungen. Die Krankenhausreform vom ehemaligen Gesundheitsminister Lauterbach ist in Kraft, das Reformanpassungsgesetz von Ministerin Warken wurde ebenfalls beschlossen. Zusätzlich wird ein Spargesetz für die Gesetzliche Krankenversicherung diskutiert und soll demnächst verabschiedet werden. Dessen konkrete Inhalte und Auswirkungen lassen sich noch nicht final einschätzen. Um sowohl uns als GLG und den Beschäftigten im ärztlichen Dienst dennoch entsprechende Planungssicherheit zu geben, haben wir uns auf eine rückwirkende Entgeltsteigerung geeinigt und zugleich eine kurze Laufzeit vereinbart. Bereits im kommenden Frühjahr 2027 werden wir gemeinsam über die weitere Entwicklung des Tarifvertrags verhandeln in der Hoffnung, dass wir als Krankenhausträger konkrete Beschlüsse der Gesetzgebung und deren Auswirkungen auf unsere Krankenhausstandorte einschätzen können. Trotz der aktuell noch nicht abschätzbaren wirtschaftlichen Einschnitte für Krankenhausträger haben wir als GLG gegenüber dem Marburger Bund verbindlich erklärt, dass wir für die Laufzeit des Tarifvertrages betriebsbedingte Kündigungen ausschließen. Auch damit wollen wir unseren Beschäftigten das notwendige Signal eines verlässlichen Arbeitgebers in der Region senden.“
Die GLG ist der größte Anbieter von Gesundheitsleistungen im Nordosten Brandenburgs. Zur GLG-Unternehmensgruppe gehören Krankenhäuser, Fachkliniken, ambulante und stationäre Reha, Arztpraxen, Tageskliniken, Pflegewohneinrichtungen und ambulante Pflege.
Die wesentlichen Eckpunkte des Tarifabschlusses für den Ärztlichen Dienst umfassen:
• +2,5% Entgeltsteigerung rückwirkend zum 01. April 2026
• Einführung einer neuen Erfahrungsstufe für langjährig beschäftigte Oberärzte
• eine verbesserte Bewertung von Arbeitsleistungen in der Rufbereitschaft mit Rundung auf die volle Stunde
• Erhöhung der Pauschale für kurzfristige Übernahmen von Rufbereitschaft (von 50 Euro auf 70 Euro) und Bereitschaftsdienste (von 80 Euro auf 100 Euro)
• Ab dem 1. Juli 2026 steigt die Bewertung ab dem 7. Bereitschaftsdienst im Kalendermonat um +20%.
• Verbesserte Anrechnung von Nachtstunden für den Anspruch von Zusatzurlaub
• Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen innerhalb der Laufzeit des Tarifvertrags
• Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit vom 1. April 2026 bis zum 31. März 2027.

















