Biesenthal: Rund 75 Menschen nahmen am Sonntag an einer Fahrrad-demonstration für mehr Verkehrssicherheit in Biesenthal teil. Die Route führte vom Wukensee durch das Stadtgebiet bis zum Bahnhof.
Organisiert wurde die Demonstration von der Mobi AG, einem Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine nachhaltige und sichere Mobilität einsetzen. Besonders auffällig war die hohe Beteiligung von Familien und Kindern.
Auch einzelne Stadtverordnete sowie Bürgermeister Carsten Bruch begleiteten die Fahrt.
Entlang der Strecke legten die Teilnehmenden an mehreren bekannten Gefahrenstellen Stopps ein. Vor Ort wurden Erfahrungen ausgetauscht und konkrete Problembereiche benannt. Im Mittelpunkt der Kritik standen insbesondere der starke Lastwagenverkehr, überhöhte Geschwindigkeiten sowie riskante Überholmanöver. Ein zentrales Problem bleibt das Fehlen einer durchgängigen und sicheren Radinfrastruktur.

Als besonders kritisch gilt die Breite Straße im Innenstadtbereich. Mehrere Engstellen, unübersichtliche Kurven sowie ein starker Anstieg in Verbindung mit wechselnden Tempolimits führen dort regelmäßig zu gefährlichen Situationen, vor allem durch zu dichtes Überholen. Gleichzeitig fehlen sichere Alternativen wie Querungshilfen oder geschützte Bereiche für den Radverkehr.
Neben diesen konkreten Gefahrenstellen wurde auch das Miteinander im Straßenverkehr thematisiert. Dabei wurde der Wunsch nach mehr gegenseitiger Rücksichtnahme deutlich, insbesondere gegenüber den schwächeren Verkehrsteilnehmenden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Wegen zu Kitas und Schulen. Aufgrund der unzureichenden Verkehrssicherheit werden diese Strecken bislang häufig mit dem Auto zurückgelegt. Gemeinsam wurden mögliche Lösungsansätze diskutiert – darunter verkehrsberuhigende Maßnahmen sowie Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr.
Bürgermeister Carsten Bruch verwies auf bereits laufende Maßnahmen der Stadt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Gleichzeitig betonte er die komplexen Verwaltungsverfahren und die begrenzten Handlungsspielräume der Kommune, insbesondere bei Landesstraßen, die in der Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßenwesen liegen.
Zum Abschluss lud die Mobi AG in den Kulturbahnhof ein. Bei Kaffee und Kuchen wurde der Austausch fortgesetzt und die Ergebnisse der Gespräche auf Karten festgehalten, um sie für die weitere politische und planerische Arbeit nutzbar zu machen. Auch Andrea Luplow, die Behindertenbeauftragte der Stadt Biesenthal, schilderte die Situation aus Sicht mobilitätseingeschränkter Menschen. Sie machte deutlich, dass viele Wege im Stadtgebiet nicht durchgehend barrierefrei sind und dies den Alltag erheblich erschwert.
Die Organisatoren zogen ein positives Fazit. „Die große Beteiligung, insbesondere von Kindern und Familien, zeigt die hohe Bedeutung des Themas Verkehrssicherheit in Biesenthal“, erklärte Jannik Stehn von der Mobi AG.
In den kommenden Wochen sollen die gesammelten Hinweise ausgewertet und aufbereitet werden. Auf dieser Grundlage plant die Mobi AG, konkrete Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten und diese der Stadtverwaltung sowie den Stadtverordneten zu übergeben. Ziel ist es, die identifizierten Probleme in konkrete Verbesserungen der Verkehrssicherheit zu überführen.

















