Bernau: Am Sonntag, dem 29. März 2026, um 17 Uhr, wurde in der St. Marienkirche Bernau das frisch restaurierte Beling-Epitaph feierlich eingeweiht. Die Feier verband Musik und Texte zur Passionszeit mit der offiziellen Übergabe des Kunstwerks.
Die liturgische Leitung hatte Pfarrerin Konstanze Werstat. Sie gab Einblicke in die Geschichte des über 400 Jahre alten Gemäldes und präsentierte eine mögliche Lesart. „Am 1. April 1618 hat Johann Beling dieses Epitaph Gott zu Ehren, der Kirche zur Zier und den Seinigen zum Gedächtnis aufrichten lassen. Es ist durchaus denkbar, dass das ungewöhnliche Motiv vom Probst Göritz und dem damaligen Stadtrat als Bildmotiv vorgegeben wurde, Johann Beling seinem 1609 verstorbenen Schwager Johannes Hentze — von dem sich die Familie eigentlich distanziert hatte — in der Darstellung des Jüngers Johannes jedoch dennoch ein ehrenvolles Denkmal gesetzt hat.“ erläutert die Pfarrerin.

Das Epitaph der Bernauer Bürgermeisterfamilie Beling zeigt eine Szene aus der Passionsgeschichte, den Verrat Jesu. Im Vordergrund sind der Bernauer Stifter Bürgermeister Johannes Beling, seine Frau Anna Beling, geborene Hentzen, sowie ihre 14 Kinder dargestellt – von denen nur fünf, zwei Jungen und drei Mädchen, das Kleinkindalter überlebten. Die verstorbenen Kinder sind in weißer oder schwarzer Kleidung mit einem Kreuz in den Händen dargestellt.
Im Mittelpunkt des musikalischen Programms stand der Zyklus „Der Kreuzweg“ des Hamburger Komponisten Andreas Willscher. Ergänzt wurde das Programm durch Choralbearbeitungen von Thomas Riegler. Es musizierten Katja Möhlhenrich Krüger an der Violine und KMD Britta Euler an der Orgel.
Die Stadt Bernau hat die Restaurierung des Beling-Epitaphs mit einer Förderung in Höhe von 19.000 Euro unterstützt. Weitere Fördermittel und Spenden haben die Maßnahme ergänzt und möglich gemacht. Bürgermeister André Stahl zeigt sich erfreut: „Passend zu den bevorstehenden Ostertagen kann man bei einem Kirchenbesuch das restaurierte Kunstwerk wieder aus nächster Nähe betrachten und man sieht sofort, wie viel Sorgfalt und Hingabe in dieser Arbeit steckt. Es ist ein Stück unserer Stadtgeschichte, das uns verbindet und das wir gemeinsam bewahren. Ich freue mich, einen meiner sehr frühen Vorgänger und seine Familie nun wieder in neuem Glanz strahlen zu sehen.“
Die Restaurierung der Gedenktafel nahm mehrere Monate in Anspruch. In vielen Arbeitsschritten wurden das große Gemälde und sein Rahmen gereinigt, der vergilbte Firnis entfernt, Farbschichten gefestigt, störende Übermalungen behutsam abgenommen und Fehlstellen in der Leinwand retuschiert. Das Kunstwerk wirkt nun deutlich heller, klarer und seine Farben strahlen wieder.
















