Bernau: Dass die Frühstückseier nicht aus dem Supermarkt und die Ostereier nicht vom Hasen stammen, erfahren die Kids der Kindergärtnerei jetzt jeden Morgen, wenn sie „ihre Hühner“ auf dem Kitagelände besuchen und die Eier einsammeln dürfen.
Am Montag, dem 9. März, haben vier Hühner der Rassen Lohmann, Grausperber, Königsberger und Maran ihr Domizil im Garten der Kindergärtnerei aufgeschlagen. Gespannt überwachten die Kinder der Pfirsich-Gruppe den Einzug des Federviehs und unterstützten Jonathan Koch aus dem Löwenberger Land im Landkreis Oberhavel beim Aufbauen des mobilen Hühnerhauses und des Geheges drumherum.

Sie bestürmten den Landwirt mit ihren Fragen: Was machen denn die Hühner den ganzen Tag? Was fressen sie? Haben die Hühner auch ein Bett?
„Ich freue mich, dass die Kinder so neugierig sind und sich mit der Lebensweise, den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzen möchten“, sagte Jonathan Koch. Natürlich hatte der Landwirt außer der Behausung auch Stroh zum Auspolstern der Eierlege-Ecke, eine Tonne mit Futter – bestehend aus Roggen, Gerste, Mais und Soja, sowie einen Trinknapf für die tägliche Portion frisches Wasser mitgebracht. „Wenn ihr den Hühnern eine Freude bereiten möchtet, dann holt ihnen vom Komposthaufen ein paar Regenwürmer und Käfer“, empfahl der studierte Landwirt den Mädchen und Jungen.
Gemeinsam mit den „Pfirsichen“ richtete Jonathan Koch das Hühnerhaus ein. Die Kinder durften das Stroh verteilen, die Hühner aus der Transportbox nehmen und ins Hühnerhaus setzen und das erste Füttern vornehmen. Geduldig ließen sich der Lohmann, Grausperber, Königsberger und Maran von den Fünf- und Sechsjährigen das weiche Gefieder streicheln. „Unsere Vermietungshühner sind den Trubel gewöhnt und lassen viel mit sich machen“, sagt der Landwirt lächelnd.
Wie Erzieherin Jessica Hinderlich, die den „Hühneralarm“ federführend für die Kita organisiert hat, berichtet, ist jeden Tag eine andere Gruppe planmäßig mit dem Versorgen und Betreuen der Hühner betraut – die Hühner morgens in das Freigehege lassen, füttern, frisches Wasser geben, den Stall säubern, nach dem Wohlbefinden der Tiere schauen, zum Feierabend wieder ins Haus locken und die Eier entnehmen.

Die frischen Eier kommen in den Kühlschrank in der Kinderküche. Dort dürfen sie von den Mädchen und Jungen gekocht, gebraten oder in einen Kuchenteig gerührt werden.
Bis zum 27. März picken, scharren, gackern die Hühner im Garten der Kindergärtnerei und lassen sich bewundern und geduldig von den Kindern der Kita das weiche Gefieder streicheln. „Es ist wie Meditation, den Tieren so zuzuschauen“, sagte eine Erzieherin spontan beim Betrachten des Federviehs.
„Wir führen das Hühnerprojekt inzwischen zum dritten Mal durch“, berichtet Kitaleiterin Christiana Morys. „Entsprechend unseres erlebnispädagogischen Ansatzes, bei den Kindern die Verbundenheit zu Natur und Umwelt zu stärken, passt die Gastrolle der Hühner gerade vor Ostern perfekt in unser Konzept“, freut sich Christiana Morys.
















