Bernau: Der Speicher im Bernauer Ortsteil Börnicke erhält für seine denkmalgerechte energetische Sanierung eine umfangreiche Förderung aus dem LEADER-Programm. Der Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Stephan Nickisch übergab am 8. Januar einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 185 000 Euro an Bürgermeister André Stahl. Aufgestockt wurde der Betrag um weitere 62.000 Euro von Landrat Daniel Kurth, der die Unterstützung aus dem Kreisentwicklungsbudget übermitteln konnte.
Börnickes Ortsvorsteher Matthias Jitschin empfing die Gäste aus Land, Kreis und Kommune und führte sie übers Gutshofgelände zum Speicher. „Der Kulturgutverein gehört zu den wichtigsten Säulen im Ort. Doch bisher ist der Speicher nur in den warmen Monaten nutzbar, da er über keine Heizung verfügt“, so Matthias Jitschin. Und Bürgermeister André Stahl ergänzte, dass durch die Förderung nun die Möglichkeit besteht, weiterzumachen. „Dieses Gebäudeensemble sanieren wir seit vielen Jahren schrittweise und der Speicher soll eine ebenso sinnvolle und nachhaltige Nachnutzung erfahren wie das Gutsverwalterhaus oder die ehemalige Schnapsbrennerei, in der nun die Bernauer Braugenossen ihre Heimatstätte gefunden haben. Ich bin mir sicher, dass die Fördermittel an dieser Stelle gut investierte Gelder sind“, so der Bürgermeister.
„Historische Gebäude wie dieser Speicher sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Sie künden nicht nur von den historischen Bauleistungen unserer Vorväter, sondern leisten einen wichtigen Anteil zur regionalen Identitätsbildung. Und wenn sie dann noch, wie im Falle dieses beeindruckenden Kulturspeichers einer öffentlichen, künstlerischen und kulturellen Nutzung dienen, ist das besonders hervorhebenswert. Aus diesen Gründen freue ich mich sehr, dass ich diesen Förderbescheid heute hier übergeben darf“, erklärte Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch.

Mit Hilfe dieses Geldes soll die Energiebilanz des Gebäudes verbessert und eine Infrarotheizung eingebaut werden. Dazu werden doppelt verglaste Fenster eingebaut, das Dach wird eine Dämmung erhalten und die Wand- und Fassadenbereiche werden ebenfalls überarbeitet.
„Wir sind sehr froh über die Förderung, denn der Gutshof Börnicke, zu dem der Speicher gehört, hat sich zu einem kulturellen Hotspot entwickelt. Mit der Ertüchtigung des Speichers wird nun auch eine ganzjährige Nutzung auf dem Gelände möglich“, erklärte André Stahl, Bürgermeister der Stadt Bernau bei Berlin. Der Speicher Börnicke beherbergt ein Büro mit Teeküche, sanitäre Einrichtungen, Ausstellungsflächen und einen 400 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum als Herzstück. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein.
Der Speicher steht allen öffentlichen und privaten Nutzenden zur Verfügung. Neben der Bernauer Feuerwehr und der Stadtverwaltung können im Speicher Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und diverse Kulturveranstaltungen abgehalten werden. Die Bandbreite der kulturellen Vielfalt reicht vom Storchen-, Kinder und Erntedankfest über regelmäßige Landfilmvorführungen, Ausstellungen und Theateraufführungen bis hin zu Halloween-, Faschings- und anderen Festivitäten. „Langfristig wäre im oberen Bereich auch eine Ausstellung denkbar, wir besitzen nämlich sehr viele historische landwirtschaftliche Geräte“, so der Ortsvorsteher.
Barnims Landrat Daniel Kurth ist erfreut, dass der Speicher Börnicke als ein zentraler Ort des kulturellen und sozialen Lebens im ländlichen Raum erweitert wird. „Mit der LEADER-Förderung des Landes Brandenburg und der Kofinanzierung des Landkreises Barnim aus dem Kreisentwicklungsbudget investieren wir gemeinsam in den Erhalt historischer Bausubstanz und stärken zugleich den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.“
Die Stadt Bernau bei Berlin erhält für das Vorhaben Mittel aus der Leader-Richtlinie des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, kofinanziert von der Europäischen Union (ELER) sowie eine Förderung vom Landkreis Barnim im Rahmen des Kreisentwicklungsbudgets.
















