Bernau: Schon auf dem Weg von der Georg-Rollenhagen-Grundschule zum Seniorenzentrum „Regine Hildebrandt“ sind die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b sichtlich aufgeregt. Wie jeden Dienstag verbringen sie eine Stunde im Seniorenzentrum. Vor Ort müssen sie weder stillsitzen, noch angestrengt der Lehrkraft zuhören, sondern können sich voll und ganz auf den Austausch mit den Seniorinnen und Senioren konzentrieren.
„Die Eisheiligen machen ihrem Namen alle Ehre. Es ist schön, dass die Kinder trotz des kalten Wetters heute gekommen sind und mit uns zusammen die Blumenkästen für die Balkone und Terrassen des Hauses bepflanzen“, sagt die Bewohnerin Ingeborg Marschner. Ebenso wie die Mitarbeitenden, die Lehrkräfte und die Kinder hält auch sie die Kooperation zwischen Seniorenzentrum und Grundschule für gewinnbringend für alle Beteiligten.

„Eigentlich machen wir immer was anderes mit den Omis und Opis. Letzte Woche ging es ums Hände waschen, dann haben wir auch schonmal Karten gespielt, gebastelt, Sport gemacht und wir haben auch schon etwas vorgetanzt. Das macht eigentlich immer alles Spaß“, sagt die 8-jährige Marlena, die gerade ihre Hände von Blumenerde befreit.
Während ein Teil der Klasse mit Gartenarbeit beschäftigt ist, nehmen die restlichen Kinder an einer Alterssimulation teil, die die Pflegefachkraft Jacqueline Heine für die Kinder vorbereitet hat. Dabei erleben die jungen Bernauerinnen und Bernauer, was es bedeutet, eingeschränkt mobil zu sein und wenn die Sinne nicht mehr zu 100 Prozent funktionieren. Mit Kopfhörern und einer sichteinschränkenden Brille ausgestattet fahren sich die Kinder gegenseitig im Rollstuhl durch die Parkanlage der Seniorenunterkunft.
Seit März sind die Besuche der Kinder im Seniorenheim fester Bestandteil des Wochenplans. Bis Juni ist das Kooperationsprojekt zunächst geplant. „Dann setzen wir uns zusammen und gucken, wie es weitergeht. Gern würden wir das Ganze längerfristig denken, weil wir jetzt schon sehen, wie schön es ist, wenn sich die Kinder und die Bewohnenden gegenseitig begleiten, aufeinander freuen und sich auch wiedererkennen,“ sagt die stellvertretende Pflegedienstleitung Jeanette Lehmann. In der kommenden Woche sind gemeinsame Sportspiele in der Tagespflege geplant.
Die Kooperation soll den generationsübergreifenden Austausch sowie das gemeinschaftliche Engagement und Lernen stärken.















