Panketal: Viele Panketalerinnen und Panketaler haben es schon bemerkt: Die Wände der Bahnunterführung am S-Bahnhof Zepernick wurden verschönert. Die rund dreiwöchigen Arbeiten begannen mit der Grundierung der Flächen. Anschließend trug die Firma Motiv-Wunsch eine Reihe historischer Postkartenmotive mit Sprühtechnik auf. Zuerst fertigten die Spezialisten für kreative Gestaltung die Skizzen an, dann wurden sie in Sepia-Tönen ausgefüllt. Es wurden zurückhaltende Farben gewählt, um den geschichtlichen Aspekt der Bilder zu unterstreichen und um Auflagen der Denkmalschutzbehörde zu erfüllen. Insgesamt zieren nun neun „Fotos“ die Wände der Brückenunterführung.
Die Auswahl aus einer Vielzahl von Motiven, die vom Panketaler Geschichtsverein Heimathaus e.V. zur Verfügung gestellt wurden, traf die Verwaltung. Zu sehen sind historische Bauwerke wie z.B. das ehemalige Restaurant Pankschloss, das 1896 errichtet wurde. Als zentraler Anlaufpunkt in Zepernick waren dort auch weniger gut betuchte Gäste willkommen: Es stellte Geschirr und Wasser für Familien bereit, die ihren eigenen Kaffee mitbrachte und ihn dort kochen konnte. Im Pankschloss fanden oft Tanzveranstaltungen statt. Zu DDR-Zeiten bleibt das Restaurant ein beliebter Treffpunkt, in dem unter anderem die „Kleintier- und Geflügelschau“ des VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter), Jugendweihefeiern, Vereinsfeste und Maskenbälle stattfanden. Abbildungen des Friedhofs von 1931, der Schule von 1912 und des Pfarrhauses von 1910 sind ebenfalls zu sehen.
Andere Motive stehen in direktem Bezug zum Ort, an dem die Kunstwerke aufgebracht wurden: Der Bahnhof Zepernick im Wandel der Zeit (1905 und 1930) sowie die Einfahrt des ersten elektrischen Zugs im Jahr 1924. Der Rangierunfall, der sich am 10.02.1938 an dieser Stelle ereignete, wurde ebenfalls verewigt. An diesem Tag überfuhr eine über 90 Tonnen schwere Dampflokomotive den Prellbock und hing bedrohlich über der Schönower Straße. Glücklicherweise wurde niemand durch herabstürzende Betonteile verletzt. Der Lokomotivführer, der sich nur die Hand verstaucht hatte und der Heizer konnten sich in Sicherheit bringen. Die Bergung der Lok gestaltete sich schwierig. Es mussten 600 Eisenbahnschwellen zur Abstützung herangeschafft werden. Um den Stahlkoloss dann wieder aufs Gleis zu heben, wurde der größte Kran der Deutschen Reichsbahn eingesetzt, der aus Essen nach Zepernick kam. Hunderte Schaulustige umlagerten die Unglücksstelle, um die Bergung zu verfolgen.
Mit der Gestaltung der Brücke erfüllte die Verwaltung einen Auftrag der Gemeindevertretung. Das Ergebnis erfreut mich nicht nur die Verwaltung und den politischen Raum, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich die Motive beim Passieren genauer anschauen, stehen bleiben und Fotos machen. Inspiriert von den Motiven kommen sie ins Gespräch, lassen Erinnerungen und Geschichten aufleben. Auch die Sprühtechnik löst oft Bewunderung aus. Sie teilen die Hoffnung, dass diese gelungene Verschönerung in sehr zentraler Lage in Zepernick lang erhalten bleibt.















