Sensationeller Erfolg für Brandenburg: Das IHP – Leibniz-Institut für Innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder) wird Teil der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland im Rahmen des EU Chips Acts. Dafür erhält das IHP bis 2029 rund 33 Millionen Euro, davon stellt das Land Brandenburg 4,11 Millionen bereit.
Darüber informierte Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle den Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Landtag Brandenburg:
„In Brandenburg wird ab sofort die digitale Souveränität Europas verteidigt. Das europäische Chip-Gesetz kann ein echter Gamechanger werden: Es soll Europas Halbleiter-Ökosystem stärken, die Lieferketten resilienter machen und die Abhängigkeit von Drittstaaten verringern, indem gezielt Forschung, Innovation und Produktion gefördert werden. Das Ziel: Europas Weltmarktanteil bis 2030 zu verdoppeln und unsere technologische Souveränität zu sichern. Denn die winzigen Chips sind das ‚Gehirn‘ fast aller Geräte, die wir heute täglich nutzen – vom Smartphone bis zum Auto. Damit sind wir nicht mehr nur Zuschauer auf dem globalen Technologiemarkt – wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand! Wir können stolz sein, dass sich das IHP in einem europaweiten Wettbewerb durchgesetzt hat. Und ich freue mich, dass wir das Institut bei seinen Plänen maßgeblich unterstützen konnten. Einmal mehr: Das ist Zukunft Made in Brandenburg.“
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des IHP, präsentierte das Projekt im Ausschuss:
„Die Verfügbarkeit und Beherrschung modernster Mikroelektronik ist heute ein zentraler Schlüssel, damit wir in einer zunehmend komplexen und sich mit hoher Dynamik ändernden geopolitischen Lage strategisch souverän und selbstbestimmt gemäß unserer europäischen Werte agieren können. Mit einem Weltmarktanteil von unter zehn Prozent in der Chipfertigung spielt Europa derzeit eine untergeordnete Rolle. Unsere Industrie ist in hohem Maße von kritischen Importen und fragilen Lieferketten abhängig, wie jüngste Beispiele zeigen. Der EU Chips Act setzt genau an diesem Problem an und schafft mit vier Pilotlinien Zugang zu modernsten Halbleitertechnologien zur Stärkung des europäischen Halbleiter-Ökosystems, was der Industrie und KMU die Möglichkeit gibt, Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen auf dem Weltmarkt erfolgreich zu platzieren. Das IHP in Frankfurt (Oder) ist ein weltweit führendes Institut im Bereich der siliziumbasierten Hochfrequenztechnologie und -systeme und betreibt schon heute eine Pilotlinie unter industrienahen Bedingungen. Als Teil der APECS-Pilotlinie können wir diese Rolle weiter stärken und mit ‚Hochtechnologie Made in Brandenburg‘ einen wichtigen Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas leisten.“
Der 2023 verabschiedete EU Chips Act soll die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Europas im Bereich der Halbleitertechnologien und -anwendungen stärken und den Transfer von der Laborforschung in die Chipfertigung fördern. Dabei spielt die so genannte APECS-Pilotlinie (Advanced Packaging and Heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems) eine zentrale Rolle: Sie zielt darauf ab, fortschrittliche Technologien für maßgeschneiderte Anwendungen in der Halbleiterindustrie zu entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren wie Forschungseinrichtungen, Herstellern und Start-ups zu fördern. Die APECS-Pilotlinie ist ein Kooperationsprojekt der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) und umfasst ein Gesamtvolumen von rund 750 Millionen Euro. Neben Forschungsinstituten aus acht EU-Ländern sind in Deutschland das IHP in Frankfurt (Oder), das Ferdinand-Braun-Institut in Berlin sowie 13 Institute der Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt. Die deutsche Förderung wird vom Bundesforschungsministerium sowie von den Ländern Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein getragen.
Weitere Informationen: www.apecs.eu
Das in Frankfurt (Oder) ansässige IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik betreibt Forschung und Entwicklung zu siliziumbasierten Systemen, Höchstfrequenz-Schaltungen und -Technologien einschließlich neuer Materialien. Es erarbeitet innovative Lösungen für Anwendungsbereiche wie die drahtlose Breitbandkommunikation, Sicherheit, Medizintechnik, Industrie 4.0, Mobilität und Raumfahrt. Das 1983 als Institut für Halbleiterphysik der Akademie der Wissenschaften der DDR entstandene und 1992 neu gegründete Institut beschäftigt heute mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Bund und die Länder, darunter auch Brandenburg, unterstützen die Arbeit des IHP mit jährlich rund 35 Millionen Euro.
Weitere Informationen: www.ihp-microelectronics.com









