Nach der Veröffentlichung eines Antrags des Kreisschülerrat Barnim zu Berichten über Belästigungen im Schulwegeverkehr ist es zu einem Austausch mit der Barnimer Busgesellschaft gekommen. Beide Seiten haben ihre Positionen nun in schriftlichen Stellungnahmen erläutert.
Der Kreisschülerrat hatte zuvor von Schilderungen aus der Schülerschaft berichtet, wonach sich Personen im Umfeld des Busverkehrs als Mitarbeitende ausgegeben und Fragen zu Fahrwegen gestellt hätten. Ziel des Antrags ist unter anderem ein gemeinsames öffentliches Statement sowie die Unterstützung von Präventions-Workshops an Schulen.
Busgesellschaft weist Vorwürfe zurück
Die Barnimer Busgesellschaft reagierte auf die Veröffentlichung mit Kritik an der Darstellung. In ihrer Stellungnahme erklärt das Unternehmen, die geschilderten Situationen könnten mit einer Verkehrserhebung des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammenhängen, die im vergangenen Jahr auch im Barnimer Busverkehr durchgeführt worden sei. Diese sei medial angekündigt worden (nachfolgendes Bild):

Nach Angaben der Busgesellschaft hätten sich die Interviewer eindeutig legitimiert – unter anderem durch Ausweise sowie auffällige blaue Westen. Die Teilnahme an der Befragung sei freiwillig gewesen, persönliche Daten seien nicht erhoben worden.
Das Unternehmen betont, Sicherheit im Busverkehr habe höchste Priorität. Gleichzeitig kritisiert es, dass vor der Veröffentlichung kein direkter Kontakt gesucht worden sei. Man habe dem Kreisschülerrat ein persönliches Gespräch angeboten, um mögliche Missverständnisse zu klären und über den Umgang mit besonderen Situationen im Bus zu informieren.
Kreisschülerrat hält an Darstellung fest
Der Kreisschülerrat Barnim weist in seiner Antwort darauf hin, dass sich der Antrag nicht gegen ein bestimmtes Verkehrsunternehmen richtet, sondern den Schulwegeverkehr insgesamt in den Blick nimmt. Im Mittelpunkt stehe die Frage, wie Schülerinnen und Schüler auf ihrem täglichen Weg besser geschützt und sensibilisiert werden können.
Die bekannte Verkehrserhebung des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg erkläre nach Einschätzung des Gremiums nicht alle geschilderten Situationen. Die berichteten Vorfälle bezögen sich ausdrücklich auf Personen, die ihre angebliche Tätigkeit im Busverkehr nicht hätten nachweisen können. Man gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um offizielle Mitarbeitende von Verkehrsunternehmen handle.
Der Kreisschülerrat betont, Ziel der Veröffentlichung sei es gewesen, auf mögliche Risiken aufmerksam zu machen und präventiv zu handeln. Der Antrag richte sich in erster Linie an den Kreisschulbeirat und ziele darauf ab, gemeinsam geeignete Maßnahmen zu prüfen und zu entwickeln. Die Einbindung der Polizeiinspektion Barnim sei dabei bislang eine Idee, die gemeinsam mit dem Kreisschulbeirat vertieft werden solle.
Zugleich zeigt sich das Gremium weiterhin offen für Gespräche mit der Busgesellschaft.
















