Noch einmal die Füße von der Ostsee umspülen lassen, einen Ausflug in die Metropole Berlin machen oder eine Opernaufführung besuchen: Seit zehn Jahren hilft der Wünschewagen des Brandenburger Landesverbandes des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) dabei, sterbenskranken Menschen einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen. Nach rund 350 erfüllten Wünschen und mehr als 200.000 Kilometern Fahrleistung ist der Wagen jedoch inzwischen reparaturanfällig und technisch überholt, sodass er dringend ersetzt werden muss. Die Anschaffung eines neuen Wünschewagens wird von Gesundheitsministerin Britta Müller und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke mit insgesamt 100.000 Euro aus Lottomitteln unterstützt. Bei einem Besuch der Geschäftsstelle informierte sich Ministerin Müller am Montag über das Vorhaben und sprach mit ehrenamtlichen Wunscherfüllerinnen und Wunscherfüllern.
Gesundheitsministerin Müller: „Der ASB-Wünschewagen ist eine ganz großartige Sache. Er ermöglicht todkranken Menschen die Erfüllung eines letzten Traums, er beschert ihnen kleine und große Momente des Glücks. Rund 70 ehrenamtliche Wunscherfüllerinnen und Wunscherfüller – darunter Personen aus Medizin, Pflege, Feuerwehr, Rettungsdienst und Seelsorge – schenken mithilfe des Fahrzeugs Menschen in ihrer letzten Lebensphase Momente von Freude, Nähe und Hoffnung. Das Projekt Wünschewagen ist daher nicht nur eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, es steht beispielhaft für gelebte Solidarität. Darüber hinaus ist es ein wichtiger Partner der palliativmedizinischen Versorgung und der Hospizarbeit im Land Brandenburg. Mit unserer Lottomittel-Förderung unterstreichen wir nicht nur die Wertschätzung des Landes für dieses besondere Engagement, sondern sichern zugleich die Fortführung des Angebots. Ich danke auch im Namen des Ministerpräsidenten allen Mitarbeitenden herzlich für ihre Empathie und ihren Einsatz für dieses tolle Projekt!“
Cindy Schönknecht, Geschäftsführerin Arbeiter-Samariter-Bund, Landesverband Brandenburg e.V.: „Wir sind dem Ministerium für Gesundheit und Soziales außerordentlich dankbar für die Unterstützung unseres Brandenburger Wünschewagens. Gerade in unserem zehnten Jubiläumsjahr hat diese Förderung eine besondere Bedeutung: Die Mittel ermöglichen die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges, das mit modernster Technik und Ausstattung nicht nur unseren Fahrgästen zugutekommt, sondern auch unsere ehrenamtlichen Wunscherfüller spürbar entlastet. So können wir weiterhin sterbenskranken Menschen letzte Herzenswünsche erfüllen und ihnen sowie ihren Angehörigen wertvolle, unvergessliche Erinnerungen schenken. Der ASB-Wünschewagen ist vollständig spendenfinanziert und ein wichtiger Partner im Bereich der Hospiz- und Palliativarbeit im Land Brandenburg und zeigt eindrucksvoll, wie wichtig ein starkes Netzwerk und das Engagement unserer vielen Ehrenamtlichen sind – ohne sie wäre dieses besondere Angebot nicht möglich. Zeit zu schenken, ist unbezahlbar – und jede Fahrt ist ein Zeichen gelebter Menschlichkeit.“
Wünschewagen sind speziell konstruierte Krankentransportwagen zur Erfüllung letzter, meist langgehegter Wünsche von Sterbenskranken. Das können zum Beispiel Fahrten ans Meer, Ausflüge und Besuche von Kulturveranstaltungen oder Sehenswürdigkeiten sein, die zumeist zusammen mit den nächsten Verwandten absolviert werden. Die Fahrzeuge verfügen über eine notfallmedizinische Ausstattung. Die Fahrten werden von medizinisch geschultem Personal begleitet.
Der Brandenburger Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes startete im September 2016 als fünfter seiner Art in ganz Deutschland. Mittlerweile gibt es bundesweit 23 Standorte. Das neue Fahrzeug ist bereits bestellt und soll voraussichtlich im Herbst 2026 geliefert werden.
Hintergrund
Im Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Brandenburg e.V. sind mehr als 33.000 Menschen organisiert. Er besteht aus 14 Orts-, Kreis- und Regionalverbänden und ist Arbeitgeber für 4.000 hauptamtliche und mehr als 2.000 ehrenamtliche Mitarbeitende.








