Bernau: Mit großem Kampf, viel Leidenschaft – und am Ende doch mit leeren Händen: Für Lok Bernau ist die Saison nach zwei Niederlagen im Halbfinale gegen die OrangeAcademy Ulm beendet. Glückwunsch an Ulm, die in beiden Spielen ein hohes Niveau gezeigt und sich den Einzug ins Finale sowie die Chance auf den ProA-Aufstieg verdient haben.
Eine besondere Atmosphäre – 2.348 Fans Trotz der Niederlage war der Abend in der Sparkassen-Arena etwas ganz Besonderes. 2.348 Zuschauer sorgten für eine beeindruckende Kulisse und unterstützten das Team lautstark bis zur letzten Sekunde. Auch medial war das Spiel stark begleitet – Vertreter der Liga sowie das rbb-Team waren vor Ort und transportierten die besondere Atmosphäre nach außen.

Spielverlauf: Starker Start – entscheidende Phase nach der Pause
Lok Bernau startete mit viel Energie und klarer Zielstrebigkeit in die Partie. Bereits im ersten Viertel setzte das Team früh Akzente, spielte mit Tempo und Konsequenz und erspielte sich zwischenzeitlich eine zweistellige Führung. Die Sparkassen-Arena war sofort da – und Bernau lieferte. Mit einem 29:23 nach den ersten zehn Minuten unterstrich das Team den starken Auftakt.
Im zweiten Viertel entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch. Ulm fand zunehmend besser ins Spiel, erhöhte den defensiven Druck und verkürzte Schritt für Schritt den Rückstand. Zwar gelang es Lok zwischenzeitlich noch einmal, sich etwas abzusetzen, doch die Gäste blieben konstant dran. Kurz vor der Halbzeit war die Partie komplett offen – mit einer knappen 48:47-Führung für Bernau ging es in die Kabine.
Nach der Pause kippte das Spiel. Im dritten Viertel verlor Lok Bernau offensiv den Rhythmus und kam nicht mehr mit der gleichen Klarheit zu Abschlüssen wie zuvor. Gute Würfe waren zwar vorhanden, fanden jedoch zu selten ihr Ziel. Gleichzeitig nutzte Ulm seine Möglichkeiten effizienter und kam insbesondere über zweite Chancen zu wichtigen Punkten. Mit einem 13:22 im dritten Viertel übernahmen die Gäste erstmals die Führung – ein Wendepunkt in dieser Partie.
Im Schlussabschnitt zeigte Lok Bernau noch einmal Moral. Das Team kämpfte sich mehrfach zurück, verkürzte den Rückstand und hielt die Begegnung bis in die Schlussminute offen. Beim Stand von minus fünf Punkten lebte die Hoffnung auf die Wende weiterhin. Doch in der entscheidenden Phase behielt Ulm die Nerven, verwandelte wichtige Freiwürfe und ließ sich auch von einem späten Dreier von Shawn Scott II nicht mehr aus der Ruhe bringen. Mehrere Versuche aus der Distanz in den letzten Angriffen fanden nicht ihr Ziel – und so endete die Partie mit 86:91.
Spielstatistik im Vergleich
| Kategorie | Lok Bernau | OrangeAcademy Ulm |
| Endstand | 86 | 91 |
| Viertel | 29 / 19 / 13 / 25 | 23 / 24 / 22 / 22 |
| Feldwürfe | 30/76 (39%) | 31/68 (46%) |
| 2-Punkte | 21/47 (45%) | 23/42 (55%) |
| 3-Punkte | 9/29 (31%) | 8/26 (31%) |
| Freiwürfe | 17/20 (85%) | 21/33 (64%) |
| Rebounds gesamt | 43 | 41 |
| └ Offensiv | 15 | 13 |
| └ Defensiv | 28 | 28 |
| Assists | 19 | 21 |
| Steals | 8 | 8 |
| Turnover | 12 | 14 |
| Fouls | 26 | 21 |
| Höchste Führung | 13 | 11 |
| Bester Run | 8 | 8 |
| Effektivität | 97 | 101 |
Topscorer
Lok Bernau
- Anthony Watkins: 19 Pkt | 6 Reb | 3 STL | Eff 20
- Akim-Jamal Jonah: 14 Pkt | 6 Reb | Eff 17
- Shawn Scott II: 12 Pkt | 5 Reb
OrangeAcademy Ulm
- Meissa Faye: 23 Punkte | Eff 20
- Joel Cwik: 19 Punkte
- Endurance Aiyamenkhue: 13 Punkte | 16 Rebounds (Double-Double) | Eff 25

Headcoach Dan Oppland
„Ich denke, wir haben am Anfang einen sehr guten Rhythmus in dieses Spiel gebracht, haben mit viel Kampfgeist gespielt und den Ton in der ersten Halbzeit gesetzt.
Dann hatten wir in der zweiten Halbzeit ein paar kostspielige Ballverluste. Ulm hatte zudem einen Run gegen Ende der ersten Halbzeit, und wir haben es zu Beginn des dritten Viertels offensiv nicht geschafft, wieder in unseren Rhythmus zu kommen.
Ich denke, wir hatten einige gute Würfe, konnten sie aber nicht treffen. Gleichzeitig haben wir ihnen zu viele zweite Chancen gegeben – besonders im dritten, aber auch im vierten Viertel.
Wir waren die ganze Zeit im „Chase-Modus“, also immer in der Situation, hinterherzulaufen. Wir haben versucht, Runs zu starten, aber – ähnlich wie im ersten Spiel – haben wir es nicht geschafft, diesen entscheidenden Lauf zu setzen.
Im vierten Viertel hatten wir gute Stops in der Defense, aber konnten offensiv nicht konsequent abschließen.
Der Kampfgeist war auf jeden Fall da, die Jungs haben alles gegeben. Aber am Ende des Tages war Ulm die bessere Mannschaft, und das müssen wir akzeptieren.
Es ist natürlich sehr enttäuschend, aber das gehört zum Sport dazu. Ich denke, es ist eine Lernphase für uns.
Großen Respekt auch an den Gegner – sie hatten einen sehr guten Gameplan, besonders gegen Guy. Für ihn war es sehr schwer, seinen Rhythmus zu finden, und dadurch entstand zusätzlicher Druck auf die anderen Spieler.
Am Ende des Tages waren wir nicht gut genug. Es gibt viele Dinge, die ich als Trainer verbessern kann. Trotzdem bin ich stolz auf die Jungs und stolz auf die Saison.
Es ist ein bitteres Ende, aber wir müssen daraus lernen und weitermachen.“
Geschäftsführer Mike Marschke „Heute hat die Sparkassen-Arena wieder gezeigt, was Lok Bernau wirklich ausmacht. Diese Stimmung heute war einfach unfassbar. Die Halle hat gebebt. Sie war laut, emotional, voller Leidenschaft – und genau das bleibt hängen.
Nicht nur bei uns, sondern bei jedem, der heute dabei war: Sponsoren, potenzielle Partner, Liga-Verantwortliche, Gäste, Spieler, Trainer – alle wurden von dieser Atmosphäre angesteckt. Und das kommt nicht von ungefähr.
Was ihr heute auf die Beine gestellt habt, war das Ergebnis von unglaublich viel Vorbereitung, Herzblut und Einsatz. Aber eigentlich war es nicht nur heute. Es war die gesamte Saison. Und wenn man ehrlich ist: auch schon die Saison davor.
Ihr zeigt seit langer Zeit, dass Lok Bernau viel mehr ist als Basketball. Lok Bernau ist eine echte Gemeinschaft. Eine Familie. Ein Standort mit Menschen, die zusammenhalten und gemeinsam etwas Großes tragen können – langfristig. Wir sind euch unendlich dankbar für euren Support. Für jedes Heimspiel. Für die vielen Auswärtsspiele. Für Trommeln, Fahnen, Gesänge, Gänsehaut-Momente und dafür, dass ihr immer da seid. Das ist in dieser Liga wirklich einzigartig. Natürlich tut das heutige Ergebnis weh. Sehr sogar. Aber trotzdem dürfen wir nicht vergessen, was für eine grandiose Saison hinter uns liegt. Leider mit dem falschen Ausgang – aber genau das gehört manchmal auch zum Sport dazu.
Und eins kann niemand absprechen: Ihr habt alles gegeben, um diesen Erfolg gemeinsam möglich zu machen. Dafür können wir einfach nur sagen: Danke. Danke. Danke.“

















