Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt hat die Jahrestagung vom „Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg“ eröffnet. Die Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Die Zukunft der ländlichen Räume“ und findet in der Heimvolkshochschule am Seddiner See statt.
Ministerin Mittelstädt sagte in ihrer Eröffnungsrede:
„Wenn wir über die Zukunft der ländlichen Räume sprechen, dann geht es nicht nur allein um Infrastruktur oder um Förderprogramme, sondern um Lebensqualität, wirtschaftliche Perspektiven, Mobilität, Digitalisierung und Klimaanpassung. Entscheidend ist, den Menschen vor Ort auch künftig gute Gründe zu geben, in ihrer Heimat zu bleiben, dort zu leben, zu arbeiten, sich dort zu engagieren. Kurz: Es geht um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die ländlichen Räume prägen Brandenburg. Gerade deshalb müssen wir immer wieder deutlich machen: die Zukunft Brandenburgs entscheidet sich nicht allein im städtischen Raum. Nein, sie entscheidet sich in den Dörfern, in den ländlichen Regionen unseres Landes.“
Ein zentrales Instrument für die Entwicklung ländlicher Räume in Brandenburg ist seit den 90er-Jahren die Förderung im Rahmen des EU-Programms LEADER.
„LEADER folgt einem einfachen, aber wirkungsvollen Grundgedanken: die besten Ideen für die Entwicklung einer Region entstehen vor Ort – bei den Menschen, die dort leben, die dort verwurzelt sind und die ihre Heimat kennen“,
so Mittelstädt. In Brandenburg hat dieser Ansatz zahlreiche Erfolge hervorgebracht: Begegnungsorte wurden geschaffen, regionale Wertschöpfung gestärkt, touristische Angebote entwickelt, Kulturprojekte ermöglicht und auf vielen Ebenen die Daseinsvorsorge verbessert.
Mit Blick auf die neue EU-Förderperiode ab 2028 und den aktuellen Diskussionen auf EU-Ebene zur Ausrichtung betonte Mittelstädt:
„Die Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse verlangt nach starken Instrumenten für die ländliche Entwicklung. Deshalb setzen wir uns als Land Brandenburg dafür ein, dass LEADER auch in Zukunft ein starker und verlässlicher Bestandteil der europäischen Förderpolitik bleibt – mit einem fest zugewiesenen und ausreichenden Budget. Dabei geht es nicht allein um die Höhe der Fördermittel. Es geht ebenso um die Frage, wie wir Förderprogramme einfacher, zugänglicher und praxisnäher gestalten können.“
In der aktuellen LEADER-Förderperiode 2023 bis 2027 stehen dem Land Brandenburg rund 215 Millionen Euro zur Verfügung, in der letzten waren es 363 Millionen Euro. Im Vordergrund steht die Weiterentwicklung der ländlichen Regionen unter Berücksichtigung ihrer Potentiale als Lebens- und Wirtschaftsräume. Die Herstellung der Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in allen Landesteilen ist übergeordnete Zielstellung.
Hintergrund
Das Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg ist eine Dialogplattform für alle an der Regionalentwicklung beteiligten Akteure. Die Landesvernetzungsstelle bietet dabei die Grundlage für den Austausch von Projektideen, Handlungsansätzen, Erfahrungen und Know-how zwischen Lokalen Aktionsgruppen. Dabei steht die Kommunikation mit den Lokalen Aktionsgruppen und deren gewählten Sprecherinnen und Sprechern im Vordergrund. Darüber hinaus unterstützt es Akteure in ländlichen Räumen durch Bildungsveranstaltungen, um die Herausforderungen des ländlichen Raums qualifiziert und fundiert bewältigen zu können.
Einmal im Jahr treffen sich auf der Jahrestagung der ländlichen Entwicklung Menschen vom Land mit unterschiedlichen Interessen und aus verschiedensten Themenbereichen, um sich zu vernetzen und auszutauschen. Die diesjährige Jahrestagung steht unter dem Motto „Die Zukunft der ländlichen Räume“. Dabei sollen über aktuelle Herausforderungen diskutiert und positive Beispiele aufgezeigt werden. Gezeigt werden auch Beispiele aus der Praxis, wie Orte belebt und mitgestaltet werden können.









