Eberswalde: Ein neues Computertomografie-Gerät und eine neue Biplan-Angiografie-Anlage gehören jetzt zur medizinischen Großgeräteausstattung im GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde. Die Millioneninvestition ist ein Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region. Sie bringt einen Kernbereich des Klinikums auf ein technisches High-End-Niveau und erweitert nochmals die Behandlungsmöglichkeiten. Zur offiziellen Einweihung kamen zahlreiche Gäste, darunter auch eine Patientin, die als eine der ersten in dem neu ausgerüsteten Krankenhausbereich behandelt wurde.


„Sie kennen mich nicht, aber ich kenne Sie“, sagte Chefärztin Susanne Hengst zu der älteren Dame. „Sie haben geschlafen, während ich an Ihrer Behandlung beteiligt war.“ Die Seniorin denkt immer noch mit nachträglichem Schrecken an den Tag zurück, an dem ihr vor dem Aufzug in ihrem Wohnhaus plötzlich schwindelig geworden ist und sie einfach umfiel. Zum Glück haben Mieter sofort reagiert und den Rettungsdienst gerufen. Nur wenig später wurde im GLG Werner Forßmann Klinikum ein schwerer Schlaganfall bei der Seniorin festgestellt. Diagnose und Behandlung erfolgten auf dem Patiententisch der neuen Biplan-Angiografie-Anlage.
Die interventionelle Schlaganfalltherapie ist eine der besonderen Kompetenzen der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, wie deren Leiterin Susanne Hengst den Gästen der Einweihungsfeier berichtete. „Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein Katheter durch die Blutgefäße bis zum Verschluss im Gehirn geführt wird, um das Gerinnsel mechanisch zu entfernen“. Die Klinik ist für diese spezielle Behandlungsmöglichkeit als Zentrum für minimal-invasive Schlaganfalltherapie zertifiziert worden. Michael Tepper, Leitender Oberarzt und Spezialist dieses Faches, führte den Gästen der Eröffnungsfeier vor Augen, wie sich der Eingriff nun noch besser durchführen lässt. „Wir brauchen weniger Zeit, und die Strahlenbelastung wird verringert“, nannte er als einige der Vorteile. „Die Gefäße werden in noch größerer Genauigkeit als zuvor im 3D-Modus dargestellt. Zugleich ist eine Video-Life-Übertragung möglich, so dass bei der zeitkritischen Behandlung bei Bedarf unmittelbar weitere Unterstützung herangezogen werden kann.“


„Das ist Medizintechnik auf allerhöchstem Niveau“, betonte Susanne Hengst. „Wir sind damit schneller und besser als bisher.“ Und Alexandra Miersch, ebenfalls Leitende Oberärztin, bestätigte dies gleichfalls für das neue CT-Gerät. „Es liefert mehr Informationen, verkürzt die Untersuchungen, vermindert die Strahlenbelastung und erhöht alles in allem die Patientensicherheit“, so die Ärztin. „Gespart werden kann zum Beispiel Kontrastmittel, das insbesondere Patienten mit Nierenerkrankungen belastet. Ich freue mich außerordentlich, dass ich nun mit einem Gerät arbeiten darf, wie es außer uns bislang nur wenige und vor allem renommierte Medizineinrichtungen nutzen, wie zum Beispiel die Universitätsklinik Leipzig oder das Krebsforschungszentrum Heidelberg.“
Ihre Freude teilten auf der Feier eindeutig der Barnimer Landrat Daniel Kurth, Aufsichtsratsvorsitzender der GLG, GLG-Geschäftsführerin Dr. Steffi Miroslau und Krankenhausverwaltungsdirektorin Marita Schönemann. Daniel Kurth nannte vier Millionen Euro als Investitionssumme in die Anlagen und als klares Statement für die Gesundheitsversorgung in der Region, die sich kontinuierlich weiter entwickle und wachse. Wobei sich die aufgewendeten Mittel nicht auf die Geräte allein beschränkten – auch die Räumlichkeiten des 1996 errichteten Klinikgebäudes brauchten zur Anpassung entsprechende Modernisierungen, so zum Beispiel eine komplett neue Klimaanlage.
„Die ersten Ideen und Planungen gab es bereits vor fünf Jahren“, resümierte Susanne Hengst. „Die Umsetzung erfolgte Schritt für Schritt. Dass dies bei einem Projekt von solcher Größenordnung nicht völlig geräuschlos geschehen kann, ist klar. Doch wurde unser Ziel bei durchgehend leistungsfähiger Diagnostik und Intervention erreicht. Das ermöglichten der Einsatz und die Motivation aller in diesem Bereich Beschäftigten, interner und externer Techniker und auch die partnerschaftliche Hilfe anderer Klinikbereiche, wie zum Beispiel des Notfallzentrums.“ Die Zahl der Beteiligten ist groß. Allein zum Klinikteam von Susanne Hengst gehören 15 Ärztinnen und Ärzte, 15 Medizinische Technologen für Radiologie, spezialisierte Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte und organisatorische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dr. Steffi Miroslau dankte allen und sagte: „Im Alltag einer medizinischen Geschäftsführerin gibt es keine schöneren Tage als solche, an denen ein Schritt wie dieser vollzogen werden kann. Mit allen Vorteilen für die Patienten und zugleich dem Gefühl für die Beschäftigten, medizinischen Fortschritt mitzugestalten und selbst zu den Spitzenreitern zu gehören.“ Noch vor Jahren sei es undenkbar gewesen, dass eine Patientin wie die besagte Teilnehmerin an der Festveranstaltung so kurze Zeit nach einem Schlaganfall wieder in die Normalität zurückfindet. Die Patientin selbst erklärte: „An vieles kann ich mich gar nicht erinnern. Nur dass ich mich äußern wollte und es nicht mehr vermochte und dass mir die schmutzigen Gartenschuhe, die ich trug, peinlich waren.“
Nur wenige Stunden nach dem Schlaganfall waren die Gefäße der Frau frei von Gerinnseln und vollständig durchblutet, am nächsten Morgen konnte sie wieder sprechen und schlucken. Eine Phase der Rehabilitation wird sich trotzdem noch zur Ergänzung der Akutbehandlung anschließen. Auch dafür bietet die GLG mit ihrer Rehafachklinik in Wolletz beste Möglichkeiten.
















