„Vor der OP müssen Sie nüchtern sein“ – diesen Satz hören Patienten bei der Vorbereitung auf eine Operation. In der Regel heißt das: Sechs Stunden vor der Narkose nichts essen, zwei Stunden vorher auch nichts mehr trinken. Das GLG Werner Forßmann Klinikum setzt ab sofort ein modernes Nüchternheitskonzept um, das Patientensicherheit mit spürbar mehr Komfort verbindet: Abweichend von den bisherigen strengen Nüchternheitsregeln dürfen Patientinnen und Patienten künftig klare Flüssigkeiten wie Wasser, Tee, Kaffee oder Saft ohne Fruchtfleisch bis zum Abruf zur Operation trinken – ein innovativer Schritt zur Verbesserung der perioperativen Versorgung.
Verantwortlich für die Einführung des neuen Standards sind Oberärztin Dr. Sabine Franz und Max Jourdan, Arzt in Weiterbildung, aus der Klinik für Anästhesiologie. Die Umsetzung erfolgt unter der Leitung von Chefarzt Dr. Thomas Ihmann, der mit seinem Team gezielt auf wissenschaftlich fundierte, patientenfreundliche Lösungen setzt.
„Viele Patientinnen und Patienten waren bei OP-Beginn wegen des Trinkverbots dehydriert, was zu Kreislaufproblemen und erhöhtem Stress führen kann“, erklärt Dr. Sabine Franz. „Mit der neuen Regelung vermeiden wir dieses Risiko – bei gleichbleibend hoher Sicherheit während der Narkose.“
Das Konzept basiert auf aktuellen Erkenntnissen und orientiert sich an bewährten Modellen. Es erlaubt das Trinken klarer Flüssigkeiten bis zur Abholung in den OP – ein evidenzbasiertes Vorgehen, das international immer stärker empfohlen wird.
Ein weiteres Highlight: Zur Steigerung des Wohlbefindens erhalten Patientinnen und Patienten im Aufwachraum ab sofort ein Wassereis zur Erfrischung – ein kleiner Impuls mit großer Wirkung. „Nach einer Narkose ist das erste Trinken oft mühsam“, erklärt Max Jourdan. „Ein Wassereis kühlt, erfrischt und hilft dabei, behutsam wieder in den Kreislauf zurückzufinden.“
Auch die Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten wurde überarbeitet: Zur Aufnahme erhalten alle eine kompakte, verständliche Info-Karte zum Mitnehmen, auf der die neuen Nüchternheitszeiten und Empfehlungen leicht nachvollziehbar zusammengefasst sind.
„Patientensicherheit bedeutet heute nicht mehr nur Vorsicht, sondern vor allem Wissen, Vertrauen und gezielte Vorbereitung“, fasst Chefarzt Dr. Thomas Ihmann zusammen. „Unser Ziel ist es, den Klinikaufenthalt nicht nur sicher, sondern auch so angenehm wie möglich zu gestalten.“
Die Einführung des Konzepts erfolgt in enger Abstimmung mit allen beteiligten Abteilungen – von der Pflege über die OP-Koordination bis zu den operativen Fachbereichen. Schulungen und begleitende Informationsmaßnahmen stellen sicher, dass alle Beteiligten bestens vorbereitet sind.
















