Ahrensfelde: Fast täglich wird zurzeit im Barnim in Häuser und Wohnungen eingebrochen. Wann und wo Täter am häufigsten zuschlagen – und wie sich Mieterinnen, Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer wirksam schützen können – darüber informierte ein gut besuchter Themenabend im Ortsteilzentrum Ahrensfelde.
Die Polizei Barnim und Märkisch-Oderland hatte zu einem Informationsabend rund um das Thema Einbruchschutz eingeladen. Als Gastredner referierte Herr Jürgen Schirrmeister, Koordinator der polizeilichen Prävention im Landkreis Märkisch-Oderland, in einem anschaulichen und praxisnahen Vortrag über aktuelle Einbruchzahlen, typische Täterarbeitsweisen sowie wirksame Schutzmaßnahmen für das eigene Zuhause.
Einbrüche passieren häufiger am Tag als gedacht
Zu Beginn stellte Herr Schirrmeister aktuelle Statistiken vor, die mit gängigen Annahmen aufräumten:
Einbrüche erfolgen längst nicht nur nachts. Der Schwerpunkt liegt am späten Nachmittag und frühen Abend. Laut Statistik werden die meisten Einbrüche zwischen 16 und 20 Uhr verübt. Besonders betroffen sind dabei die Tage Donnerstag, Freitag und Samstag.
Auch regional gebe es klare Risikofaktoren:
„Orte in der Nähe von Berlin sind besonders beliebt bei Einbrechern – vor allem dann, wenn eine Autobahn oder ein S-Bahn-Anschluss in der Nähe ist. Denn so sind die Täter mit ihrer Beute schnell auf und davon“, erklärte Schirrmeister.
Wie Täter ins Haus gelangen
Die Präsentation zeigte deutlich, über welche Wege Einbrecher am häufigsten in Gebäude eindringen:
Einfamilienhäuser:
49,8 % über Balkon- und Terrassentüren
27,4 % über Fenster
18,3 % über Haustüren
Mehrfamilienhäuser:
52,3 % über Wohnungstüren
29,7 % über Balkon- und Terrassentüren
17,9 % über Fenster
Besonders alarmierend: Rund 70 % aller Einbrüche erfolgen durch einfaches Aufhebeln von Fenstern oder Türen – häufig mit leicht verfügbaren Werkzeugen wie Schraubendrehern oder Zangen
Mechanischer Schutz wirkt
Ein zentrales Ergebnis des Abends: Einbruchschutz lohnt sich.
Laut Statistik scheitern 43 % aller Einbruchsversuche an vorhandener Sicherungstechnik – vor allem an gut gesicherten Fenstern und Türen
Dabei gilt der Grundsatz der Polizei eindeutig:
„Mechanik vor Elektronik.“
Einbruchmeldeanlagen und Kameras können Einbrüche melden, verhindern sie jedoch nicht – mechanische Sicherungen stellen die wichtigste Hürde für Täter dar
Zentrale Tipps aus dem Themenabend
Im weiteren Verlauf stellte Herr Schirrmeister konkrete Empfehlungen vor, mit denen sich das Einbruchsrisiko deutlich reduzieren lässt:
- Fenster und Türen mechanisch sichern, z. B. mit einbruchhemmenden Beschlägen, Pilzkopfverriegelungen und abschließbaren Fenstergriffen
- Licht gezielt einsetzen, etwa durch Bewegungsmelder im Außenbereich
- Alarmanlagen nur als Ergänzung zu mechanischen Sicherungen nutzen
- Sicherheitsbewusstes Verhalten, z. B. keine gekippten Fenster, Türen immer abschließen
- Aufmerksame Nachbarschaft pflegen, verdächtige Beobachtungen melden und gegenseitig ein Auge auf das Umfeld haben
Fazit
Ein Einbruch lässt sich nie vollständig ausschließen – doch die Zahlen zeigen deutlich: Gute Sicherungstechnik, umsichtiges Verhalten und eine wachsame Nachbarschaft können Einbrüche verhindern.
Die polizeiliche Sicherheitsberatung der Polizeiinspektion Barnim steht Bürgerinnen und Bürgern hierfür als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung. Die Beratungen sind kostenfrei, individuell und richten sich sowohl an private Haushalte als auch an gewerbliche Einrichtungen.
Interessierte können sich an ihre zuständigen Revierpolizisten im Rathaus wenden.
















