Wandlitz: Vor den Toren Berlins, im ersten Stock des denkmalgeschützten Bahnhofsensemble Wandlitzsee, laden Intendanten und Schauspielerpaar Julia Horvath und Sascha Gluth zusammen mit ihrem hochkarätigen Ensemble zu einmaligen Theatererlebnissen ein. Seit der Eröffnung im Herbst 2016 wurde das kleine Schauspielhaus weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekannt. Pro Spielzeit wurden hier zuletzt 15.000 Besucher begrüßt.
Auf dem Spielplan stehen wöchentlich eigenproduzierte, rasante Komödien, Comedy-Abende, hochwertige Konzerte und literarisch-musikalische Programme. Zu den Highlights gehören die TaW-Produktionen Der Gott des Gemetzels, Pension Schöller, ABBA-Nackte Tatsachen und die großen Hits, Das letzte Mal, Macho Man, Die Ausreißerinnen, Allein in der Sauna, Hafen der Ehe u.v.m. Das großzügige Foyer, samt Bar und Kunstausstellung lädt vor und nach der Vorstellung zum Verweilen ein.
Das professionell, privat geführte Theater bietet seinen Gästen zudem eine 90m² große Terrasse mit Blick auf den Wandlitzsee.
Anlässlich der 10. Spielzeit sprachen wir mit Intendantin Julia Horvath über die Erfolgsgeschichte des Theaters, die Besonderheiten des Standorts und die Pläne für die Zukunft.
Frau Horvath, Wie hat sich das Theater am Wandlitzsee seit der Gründung entwickelt, und was waren die prägendsten Momente?
Das Theater am Wandlitzsee startete 2016 mit 70 Plätzen und Holzklappstühlen in die erste Spielzeit. Wir hatten damals, neben unseren Theaterstücken, unheimlich viele verschiedene Formate im Programm z.B. Swing- oder Mariachibands, Lesungen, Pantomine, Kindertheater.
Es war klar, das wir, als reines Privattheater, diese aufwendige Taktung nicht dauerhaft stemmen konnten, mußten aber zuerst eine Idee davon bekommen, wo der Bedarf unseres Publikums liegt.
Herauskristallisiert hat sich, dass unsere im Haus produzierten Komödien und musikalischen Abende die größte Nachfrage genießen.
So haben wir uns auf die Inszinierung hochwertiger komödiantischer Stoffe konzentriert. In Etappen konnten wir das Theater auf 125 Plätze erweitern und auch technisch immer mehr investieren. Mittlerweile beschäftigen wir 20 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen und können renommierte Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum verpflichten.

Der Bahnhof Wandlitzsee ist ein besonderer Ort für Ihr Theater. Was macht diesen Standort für Sie so einzigartig, und wie inspiriert er Ihre Arbeit?
Der Standort Bahnhof Wandlitzsee ist aufgrund der bewegten Geschichte des fast 100- Jährigen Hauses etwas besonderes. Die fantastische Terrasse mit Seeblick und die zentrale Lage des Gebäudes eignen sich perfekt für einen Kulturbetrieb.
Welche Stücke oder Projekte der letzten 10 Jahre sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben, und warum?
In jeder Theaterproduktion stecken viele Wochen unermüdlicher kreativer Arbeit und so wächst einem jede Produktion ans Herz. Wir bieten unserem Publikum nur Theatererlebnisse, die wir selbst auch gerne sehen würden. Highlights für uns als Schauspieler waren sicher „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza oder „Cash und ewig rauschen die Gelder“ mit 7 Darstellern auf der kleinen Bühne. Aber auch die Weihnachtsproduktionen wie „Pension Schöller“ oder „Eine schöne Bescherung“ sind uns in bester Erinnerung.
Gibt es in dieser Spielzeit ein Stück, auf das Sie sich besonders freuen?
Zum Jahresende 2025 steht die absolute Kult-Krimikomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ in einer neuen TaW-Produktion von Regisseur Frieder Venus auf dem Spielplan. Wir freuen uns auf die tollen, skurrilen Rollen und wilden Verwicklungen dieses Klassikers.
Ihr Team besteht aus einem Mix von Schauspielern, Regisseuren und Bühnenbildnern. Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit, und was zeichnet Ihr Ensemble aus?
Wir sind aufgrund unserer Größe meist ein kleines Team das künstlerisch eng zusammenarbeitet. Vom Bühnenbildner, Technik, Regieassistenz, Regie bis zu den Darstellern arbeiten wir gerne oft mit Künstlern und Theaterschaffenden zusammen, die unsere Vision und unsere Leidenschaft teilen. Auch unser Publikum genießt es, unsere Ensemblemitglieder in immer neuen Rollen zu erleben. Wir holen aber auch regelmäßig neue Künstler mit an Bord, um frische Impulse und Ideen umzusetzen.
Wie hat sich das Publikum in Wandlitz und der Region über die Jahre verändert? Gibt es besondere Rückmeldungen oder Wünsche, die Sie aufgegriffen haben?
Über die Jahre ist unser Stammpublikum über die Grenzen des Barnims hinaus gewachsen. Auch immer mehr Berliner haben uns, nicht zuletzt aufgrund der Bahn vor der Tür, entdeckt. Aufgrund der erhöhten Nachfrage werden wir zukünftig vermehrt Nachmittagsvorstellungen in den Spielplan nehmen.
Wie wichtig ist Ihnen der lokale Bezug, und wie integrieren Sie die Region in Ihre Arbeit?
Wenn es dem Stück dient, verorten wir es gerne in der nahen Umgebung. Wenn im Text dann humorvolle Lokalbezüge vorkommen, reagieren die Zuschauer meist sehr amüsiert.
Welche Herausforderungen sehen Sie für ein Theater wie Ihres in den nächsten Jahren?
Da wir bewußt unabhängig von staatlichen Förderungen produzieren, betreffen uns auch keine Kürzungen. Unsere Herausforderung liegt darin, unser Publikum immer wieder zu überraschen, zu inspirieren und herzlich zum lachen zu bringen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Theaters am Wandlitzsee?
Wir wünschen uns für das Gebäude einen Fahrstuhl, um unser Kulturangebot für alle leicht zugänglich zu machen.
Was treibt Sie persönlich an, das Theater in Wandlitz weiterzuführen, und was bedeutet es für Sie, hier eine „künstlerische Heimat“ zu haben?
Wir waren als Schauspieler beide fast 30 Jahre lang immer unterwegs. Das TaW erlaubt uns, unsere Kinder groß zu ziehen und den Traum vom eigenen Theater zu leben.
Vielen Dank für das Gespräch!
Wer nun Lust bekommen hat, das Theater am Wandlitzsee selbst zu erleben, findet alle Informationen zum aktuellen Spielplan und die Möglichkeit, Tickets zu buchen, unter: www.theater-wandlitz.de. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und viele unvergessliche Aufführungen!

















