Zecken sind längst nicht mehr nur ein Saison-Problem – sie gehören heute fast das ganze Jahr zum Alltag. Milde Winter und längere Aktivitätsphasen erhöhen das Risiko von Zeckenstichen deutlich – nicht nur für Menschen, sondern auch für Haustiere wie Hunde und Katzen. Zecken sowie andere Parasiten wie Stech- und Sandmücken können ernsthafte Krankheiten übertragen. Zecken übertragen verschiedene Erreger wie Borrelien, Anaplasmen und – für den Hund besonders relevant – Babesien. Deshalb empfiehlt Brandenburgs Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke Tierhaltern, das ganze Jahr über wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Landestierschutzbeauftragte Dr. Anne Zinke erklärt:
„Borreliose ist nicht nur beim Menschen eine gefährliche Krankheit – auch Haustiere, insbesondere Hunde, können ernsthaft erkranken. Außerdem sollten Tierhalter wissen, dass in beliebten Reiseländern von Zecken und Mücken übertragene sogenannte ‚Mittelmeerkrankheiten‘ ebenfalls Hunde betreffen können, die mit in den Urlaub genommen werden. Deshalb empfehle ich, einen geeigneten und möglichst ganzjährigen Schutz vor Zecken, Mücken und anderen Parasiten umzusetzen.“
Typische, von Zecken und Mücken übertragene Krankheiten beim Hund
Als wichtigster Überträger der Infektionskrankheit Borreliose gilt die Zecke, in Mitteleuropa vor allem der Gemeine Holzbock. Beim Hund ist eine Borreliose durch eine fehlende Wanderröte schwer zu erkennen. Fieber, geschwollene Lymphknoten oder Lahmheit in Folge einer infektionsbedingten Arthritis in den Gelenken können auftreten. Bei Anaplasmose zeigen Hunde oftmals keine Symptome; bei Krankheitsausbruch kann es zu Fieber, Gelenkschmerzen, Lahmheit, Durchfall und Erbrechen sowie neurologischen Auffälligkeiten kommen, der Verlauf kann schwer sein. Zur Behandlung einer Borreliose und einer Anaplasmose beim Hund kommt ein Antibiotikum in Frage.
Mittelmeerkrankheiten beim Hund können durch verschiedene Erreger unterschiedliche Symptome hervorrufen und unbehandelt lebensbedrohlich sein. Besonders betroffen sind Länder wie Griechenland, Spanien, Italien, Ungarn, Rumänien und die Türkei, doch auch in Deutschland häufen sich Fälle. Eine der schwersten Erkrankungen ist die Leishmaniose, übertragen durch Sand- oder Schmetterlingsmücken, die nur symptomatisch behandelbar ist. Auch die Babesiose (Hundemalaria) kann tödlich enden und wird von Auwaldzecken sowie der Braunen Hundezecke übertragen; das Risiko steigt hierzulande durch die Ausbreitung der Auwaldzecke. Weitere typische Mittelmeerkrankheiten sind die durch Stechmücken übertragbare Dirofilariose und die von der Braunen Hundezecke übertragbare Ehrlichiose. Vorsicht ist bei der Aufnahme eines Haustiers aus dem süd- und osteuropäischen Ausland geboten, da diese häufig von Mittelmeerkrankheiten betroffen sind. In diesem Fall sind unbedingt Tests auf Mittelmeerkrankheiten in einer Tierarztpraxis durchführen zu lassen.
Gute Vorsorge beachten, Informationen in der Tierarztpraxis
Vorsorge ist der beste Schutz: Neben dem regelmäßigen Absuchen des Fells der Hunde nach Zecken sowie deren Entfernung – insbesondere nach Waldspaziergängen und Aufenthalten im Grünen – empfiehlt die Landestierschutzbeauftragte dringend den Einsatz von Antiparasitika, möglichst ganzjährig. Eine Beratung bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt sollte ohnehin erfolgen. Es gibt verschiedene Wirkstoffe und Möglichkeiten der Verabreichung (Spot-ons, Tabletten, Sprays), die auch als Kombipräparate zum Schutz vor verschiedenen Parasiten erhältlich sind. Gegen Borreliose können Hunde geimpft werden; bei den Mittelmeererkrankungen gibt es lediglich eine Impfung gegen Leishmaniose. Für Hunde, die in Risikogebieten vorübergehend oder länger verweilen, wird zusätzlich zur Impfung zu einem Antiparasitikum geraten.
Wie sieht ein wirksamer Zeckenschutz bei Katzen aus?
Ein Schutz vor Zecken ist auch für Freigängerkatzen sinnvoll, auch wenn sie seltener von zeckenübertragenen Krankheiten betroffen sind als Hunde. Dennoch können sich besonders immungeschwächte Katzen mit Erregern der Borreliose, Anaplasmose oder der sogenannten „Katzenkratzkrankheit“ (Bartonellen) anstecken und erkranken. Um vorzubeugen, sollten Freigängerkatzen regelmäßig nach Zecken abgesucht werden und ein wirksamer, langanhaltender Parasitenschutz, zum Beispiel in Form von Spot-ons, angewendet werden. Für Katzen stehen dabei verschiedene Wirkstoffkombinationen zur Verfügung.
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn mehrere Haustiere im Haushalt leben und in diesem Fall sollte die Tierärztin oder der Tierarzt befragt werden. Falls Hunde mit dem Wirkstoff Permethrin gegen Zecken und Flöhe behandelt werden, kann dies bei im selben Haushalten lebenden Katzen zu schwerwiegenden Vergiftungen bis zum Tod kommen. Eine kurzzeitige Trennung der Haustiere voneinander oder die Behandlung mit anderen Antiparasitika bei Hunden können Abhilfe schaffen.









