Verkehrsminister Detlef Tabbert sieht in der Unfallbilanz der Brandenburger Polizei für 2025 ein deutliches Warnsignal. Er verweist auf die laufenden Maßnahmen des Landes zur Verbesserung der Verkehrssicherheit – von sicheren Fußwegen über einen klaren Kurs gegen Alkohol und Drogen am Steuer bis hin zur langjährigen Verkehrssicherheitskampagne „Lieber sicher. Lieber leben.“
Verkehrsminister Detlef Tabbert: „Die Unfallbilanz 2025 zeigt vor allem eines: Verkehrssicherheitsarbeit ist und bleibt eine Daueraufgabe. Als Land schaffen wir mit besseren und sicheren Wegen, mit intensiver Präventionsarbeit und mit unserer Kampagne ‚Lieber sicher. Lieber leben.‘ die Voraussetzungen dafür. Aber klar ist auch: Ohne Rücksichtnahme, ohne angepasste Geschwindigkeit und ohne Verzicht auf Alkohol oder Drogen am Steuer werden wir die Zahl der schweren Unfälle nicht senken.“
Die von der Brandenburger Polizei vorgestellte Verkehrsunfallbilanz 2025 zeigt ein gemischtes Bild: Während die Gesamtzahl der Unfälle leicht zurückgegangen ist, ist die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr gestiegen. Aus Sicht des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) unterstreicht dies die Notwendigkeit, die intensive Verkehrssicherheitsarbeit im Land weiterhin aufrecht zu erhalten und vor allem die ungeschützten Verkehrsteilnehmenden noch besser zu schützen.
Das Land Brandenburg verfolgt einen klaren Anspruch: Die Zahl der Getöteten und Verletzten soll weiter sinken, langfristiges Leitbild ist die Vision Zero. Im Mittelpunkt stehen sichere Infrastruktur, zielgruppenspezifische Prävention und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit.
Stärkerer Fokus auf den Fußverkehr
Einer der Schwerpunkte der Verkehrssicherheitsarbeit des MIL liegt auf dem sicheren Zufußgehen in Städten und Gemeinden. 2025 wurden mit Frankfurt (Oder), Finsterwalde und Zeuthen drei Pilotkommunen ausgewählt, in denen sogenannte Fußverkehrschecks durchgeführt wurden. Vor Ort wurden Schulwege, Querungsstellen, Barrierefreiheit, Beleuchtung, Beschilderung und Aufenthaltsqualität systematisch untersucht und gemeinsam mit Bürgerschaft, Verwaltung und Fachleuten konkrete Verbesserungsmaßnahmen erarbeitet. In Zeuthen etwa sollen eine neue Lichtsignalanlage an einer wichtigen Schulwegkreuzung, zusätzliche Bänke, bessere Beleuchtung und Schulprojekte den Fußverkehr sicherer und attraktiver machen. Die Ergebnisse der drei Checks fließen in die weitere Unterstützung der Kommunen ein und sollen landesweit helfen, den Fußverkehr als integralen Bestandteil einer sicheren und klimafreundlichen Mobilität zu stärken.
Klarer Kurs gegen Alkohol und Drogen am Steuer
Die Unfallentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss ein erhebliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden darstellt. 2025 wurden in Brandenburg 1.104 Verkehrsunfälle registriert, bei denen Alkohol die Unfallursache war; dabei wurden 556 Menschen verletzt und 7 getötet. Die Zahl der Unfälle unter Betäubungsmitteleinfluss lag 2025 bei 234, mit 116 Verletzten. Unter THC-Einfluss stieg die Zahl der Unfälle von 115 im Jahr 2024 auf 119 im Jahr 2025; die Zahl der Verletzten nahm von 61 im Jahr 2024 auf 57 ab, während es auch im Jahr 2025 keine Getöteten gab.
Minister Tabbert: „Die Unfallzahlen zu Alkohol- und Cannabiseinfluss im Straßenverkehr geben weiterhin Anlass zur Sorge. Wer trinkt oder kifft – schlimmstenfalls sogar beides zusammen macht und danach fährt, gefährdet sich und andere. Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass sich niemand mehr im Rausch ans Steuer setzt.“
Landeskampagne „Lieber sicher. Lieber leben.“
Eine zentrale Säule der Verkehrssicherheitsarbeit des Landes ist die seit vielen Jahren bestehende Kampagne „Lieber sicher. Lieber leben.“. Sie klärt über Risiken im Straßenverkehr auf, motiviert unterschiedliche Zielgruppen zum rücksichtsvollen und aufmerksamen Verhalten und ergänzt bauliche Maßnahmen und Kontrollen um gezielte Prävention. Mit vielfältigen Formaten – von Aktionen vor Ort über Medienangebote bis hin zum ZeBra-Theater für Grundschulen – macht die Kampagne Verkehrssicherheit im Alltag erfahrbar.
Das ZeBra-Theater tourt mit Stücken durch Brandenburger Grundschulen und vermittelt Kindern spielerisch Verkehrsregeln und richtiges Verhalten im Straßenverkehr. So werden schon die jüngsten Verkehrsteilnehmenden frühzeitig für Gefahren sensibilisiert und zu sicherem Verhalten ermutigt.
Verkehrssicherheit als Querschnittsaufgabe
Über diese Projekte hinaus arbeitet das MIL gemeinsam mit vielen Partnern daran, die Infrastruktur im Land sicherer zu machen – etwa durch den Ausbau sicherer Radwege, die Beseitigung von Unfallhäufungsstellen sowie den Bau von Querungshilfen und sicheren Schul- und Spielwegen. Das Verkehrssicherheitsprogramm 2034 bildet insgesamt den Rahmen für die Verkehrssicherheitsarbeit der kommenden Jahre in Brandenburg.
Tabbert abschließend: „Wir werden in unseren Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit nicht nachlassen – auf der Straße, in den Kommunen und in der Prävention. Gleichzeitig braucht es jede und jeden Einzelnen: Wer aufmerksam, rücksichtsvoll und ohne Alkohol oder Drogen am Steuer unterwegs ist, leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit auf unseren Straßen.“











