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Barnim Aktuell » Eberswalde » Viel Worte, wenig Taten! – Eberswalde weiterhin nur mit Note 4,1

Viel Worte, wenig Taten! – Eberswalde weiterhin nur mit Note 4,1

ADFC-Fahrradklima-Test 2024
  • 07. August 2025
  • Eberswalde, Unser Barnim
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Typisch für Eberswalde: Fahrräder müssen mitunter auf dem Fußweg fahren. Foto: Max Jacob
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Eberswalde: Beim ADFC-Fahrradklima-Test verschlechterte sich Eberswalde auf Platz 15 von 18 der fahrradfreundlichsten Städte in ihrer Größe in Brandenburg. 133 Eberswalderinnen und Eberswalder haben Ende 2024 bei der bundesweiten Befragung mitgemacht. Niemand davon hat angegeben, sich beim Radfahren in Eberswalde sehr sicher zu fühlen, was zu einer Schulnote von 4,3 bei der Sicherheit führt.

Zitate der Befragten machen die Gefahren beim Fahrradverkehr deutlich:

  • „Auffallend ist das ignorante bis aggressive Verhalten von Autofahrern.;
  • Parkende Lieferfahrzeuge auf Radwegen; Autofahrer, für die 1,5 Meter Abstand Fremdsprache sind und in seltenen Fällen bösartiges Verhalten (an der Ampel aus stehendem Verkehr ausscherende PKWs, um Radfahrer zu blockieren) sind alles Dinge, die ich persönlich erlebt habe und erlebe.;
  • Die Radschutzstreifen sind oft zu schmal und werden befahren, selbst wenn man als Radfahrerin diesen benutzt. In solchen Fällen wird immer sehr eng überholt. Oft wurde ich auch von der Fahrbahn abgedrängt, wenn kein Radweg vorhanden war!; 

Sicherheit auf Radwegen insbesondere für Kinder und ältere Menschen (Schulwege) ist mangelhaft.;

  • Ich bin im Winter durch nicht geräumte Wege 2x gestürzt.;
  • Es gibt zu viele rücksichtslose Radfahrer.“
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Betonmast auf dem Radweg. Nicht immer werden die Belange der Radfahrenden beachtet. Immerhin wurde nach ADFC-Anregung eine Bakenfolie angebracht. Foto: Christian Wapler

Den Radfahrenden sind für die Verbesserung des Fahrradklimas in Eberswalde insbesondere die Aspekte Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer, Konfliktfreiheit mit Kfz und das eigene Sicherheitsgefühl wichtig. Alle drei schnitten im Vergleich zu den Vorjahren dieses Mal noch schlechter ab. Was Radfahrenden in Eberswalde zur Verbesserung fordern, bringen Befragte klar zum Ausdruck:

  • „Wir brauchen mehr durchgehende Radwege, welche baulich vom Straßenverkehr getrennt sind, mehr Radschnellwege, mehr Radstraßen und harte Strafen für Personen die Menschen im Straßenverkehr bewusst gefährden.
  • Die Trennung von Fahrradwegen und Straßen ist mir ein besonderes Anliegen und auch die Verkehrsführung, wenn der Radweg z.B. endet. Radfahrerde und Autofahrer sind hier oft überfordert.
  • Wenn das Radfahren gestärkt werden soll, muss der Fahrradverkehr einen Vorteil gegenüber dem Autoverkehr haben. Bevorzugte Wege, Ampelschaltungen, komfortable Radwege, kaum Bordsteine. Sodass Fahrradfahren angenehm wird und nicht etwas ist, wozu man sich überwinden muss.“

Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch farbliche Hervorhebung unfallgefährdeter Bereiche, besonders in Kreuzungsbereichen. Die Stadt Eberswalde zeigt sich diesem mittlerweile in vielen Städten praktizierten Vorgehen leider verschlossen, obwohl mittlerweile zahleiche Studien zeigen, dass die Maßnahmen zu weniger Konflikten und mehr Sicherheit führen. Deshalb sollen einheitliche Rotmarkierungen von Radwegen an Kreuzungen künftig der Regelfall in ganz Nordrhein-Westfalen werden.

Ein modernes Mobilitätssystem muss berücksichtigen, dass Menschen Fehler machen und deshalb so gestaltet sein, dass es Unfällen vorbeugt. Diese fehlerverzeihende Infrastruktur geht natürlich einher mit der Akzeptanz der Verkehrsregeln durch alle Verkehrsteilnehmenden, auch der Radfahrenden.

Auch wenn die Gesamtzufriedenheit der Radfahrenden in Eberswalde schlecht bleibt, wird das spezifische Engagement der Stadt von den Radfahrenden anerkannt. Die Erreichbarkeit des Stadtzentrums wird als einzige Kategorie gut bewertet. Auch Abstellanlagen wie das Fahrradparkhaus werden im Vergleich zu anderen Städten besser bewertet. Allerdings ist hier Fahrraddiebstahl mit der Note 4,5 ein großes Problem.

Dieses Ergebnis zeigt, dass Eberswalde das selbstgesteckte Ziel bis 2030 mit der Note 2,0 im Fahrradklimatest bewertet zu werden, durchaus erreichen kann, wenn der Ausbau der Radinfrastruktur in den nächsten Jahren noch deutlich intensiver vorangetrieben wird. Auch Polizei und Ordnungsamt sind hier zur Durchsetzung der Verkehrsregeln gefordert.

Wir begrüßen den geplanten Bau der Fahrradbrücke vom Bahnhof in Richtung Krankenhaus. Hier, wie auch mit dem Fahrradparkhaus und der Fahrradstraße Schellen­gund, zeigt die Stadt ihre Kraft für innovative, zukunftsweisende Radverkehrslösungen.

Um das Fahrradklima der Stadt zu verbessern, haben der ADFC und weitere Radfahrende der Stadt auch zahlreiche kleine, häufig leicht umzusetzende praktische Vorschläge unterbreitet. Auch Jahre nach der Abstimmung dieser lässt deren Umsetzung leider oft immer noch auf sich warten. Zu oft scheinen die Belange der Radfahrenden auch beim Landesbetrieb Straßen und selbst dem Wasserschifffahrtsamt nicht ernst genommen zu werden.

Eberswalde liegt bundesweit auf Platz 275 (von 429) in der Kategorie der Städte 20.000 bis 50.000 Einwohner* (Eberswalde hat ca. 42.000 Einwohner), im Landesvergleich auf Platz 15 (von 18). Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2022 ist Eberswalde gleich schlecht geblieben (Note 4,1 im Jahr 2020). Im Durchschnitt geben die Eberswalder die Note 4,1 für die Fahrradfreundlichkeit.

ADFC-Fahrradklima-Test bundesweit mit 213.00 Teilnahmen

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2024 zum elften Mal statt. Rund 213.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, 21 Prozent davon ADFC-Mitglieder. 1.047 Städte kamen in die Wertung. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und wie man das Miteinander im Verkehr empfindet. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Kommune mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern. 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Die ***ADFC-Ortsgruppe Musterstadt setzt sich insbesondere für x, y und z ein. Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2024 finden Sie auf www.fkt.adfc.de.

Kontakt

eberswalde@brandenburg.adfc.de

Von: ADFC RG Eberswalde
Tags: FahrradSicherheitUnser BarnimVereineVerkehr im Barnim

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