Panketal: Zum ersten Mal öffnete der historische Kornspeicher Hobrechtsfelde am vergangenen Samstag seine Türen für ein breites Publikum – und viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Ort kennenzulernen, der künftig weit mehr sein soll als ein saniertes Denkmal.
Schon zur Eröffnung wurde deutlich: Hier geht es nicht nur um ein Gebäude. Vorstandsvorsitzende Petra Bierwirth begrüßte die Gäste, bevor Naturparkleiterin Aija Torkler in ihrem Beitrag zur Baukultur deutlich machte, worum es bei Projekten wie diesem eigentlich geht – nämlich darum zu zeigen, dass gute Architektur, verantwortungsvolles Bauen und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen.

Baukultur bedeute dabei nicht nur Erhalt historischer Substanz, sondern auch die Frage, wie Menschen künftig leben, arbeiten und Gemeinschaft gestalten wollen.
Im historischen Speicher wurde diese Idee an diesem Tag unmittelbar erlebbar. Auf allen Ebenen präsentierten Künstlerinnen, Künstler und Projektpartner ihre Arbeiten, Installationen und Visionen. Besucherinnen und Besucher erkundeten zukünftige Ateliers, Studios, Ausstellungsflächen und Gemeinschaftsräume, kamen mit Kulturschaffenden ins Gespräch und diskutierten neugierig über die zukünftige Entwicklung des Hauses.
Dabei wurde auch sichtbar, wie viel Engagement hinter diesem Projekt steckt. Als der Förderverein Naturpark Barnim den Kornspeicher übernahm, stand hier kein fertiges Kulturzentrum, sondern ein stark sanierungsbedürftiges Gebäude ohne gesicherte Zukunft. Dass heute wieder Menschen durch die alten Räume gehen, Ausstellungen besuchen und Zukunftspläne diskutieren können, ist Ergebnis vieler Jahre ehrenamtlicher Arbeit, zahlloser Abstimmungen, Förderanträge und unermüdlichen Einsatzes vieler Beteiligter.
Besondere Aufmerksamkeit galt auch der architektonischen Transformation des Gebäudes. Statt neu zu bauen, wurde Bestehendes erhalten, weitergedacht und behutsam entwickelt – ein Ansatz, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Speicher zeigt eindrucksvoll, wie historische Bausubstanz bewahrt und gleichzeitig neu belebt werden kann.

Ab voraussichtlich September sollen die Räume schrittweise nutzbar werden. Geplant sind sechs große Ateliers, sechs Gemeinschaftswohnateliers, großzügige Ausstellungsflächen im vierten Obergeschoss und ein großer Begegnungsraum mit Dachterrasse unter dem Dach. Damit entsteht Schritt für Schritt ein neuer Ort für Kunst, Kultur, Begegnung und gemeinsames Arbeiten.
Den stimmungsvollen Abschluss des Tages bildete die Vorführung des Dokumentarfilms „Dorf bleibt Dorf“ mit anschließender Diskussion mit Regisseur Jean Boué. Der Film über Menschen, die ihre Lebensumwelt selbst gestalten und Verantwortung für ihr Dorf übernehmen, passte dabei fast sinnbildlich zu diesem Tag: Auch im Speicher Hobrechtsfelde geht es darum, gemeinsam Zukunft zu gestalten.
Wer die Entwicklung des Projektes verfolgen, Räume nutzen oder sich mit Ideen einbringen möchte, findet weitere Informationen unter www.speicher-hobrechtsfelde.de oder kann über info@speicher-hobrechtsfelde.de Kontakt aufnehmen.














