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Barnim Aktuell » Unser Barnim » Wenn der Winterschlaf gestört wird: Herausforderungen für Fledermäuse im Naturpark Barnim

Wenn der Winterschlaf gestört wird: Herausforderungen für Fledermäuse im Naturpark Barnim

  • 04. März 2026
  • Unser Barnim
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Wasserfledermaus. Foto: Andreas Lauter
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Im Naturpark Barnim haben die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg ihre jährliche Kontrolle der Fledermaus-Winterquartiere beendet. Gemeinsam mit dem Fledermaus-Experten Hinrich Matthes und Praktikant Felix Clemens nahmen sie 14 ausgewählte Quartiere unter die Lupe. Ziel ist es, die Entwicklung der Bestände langfristig zu verfolgen. Diese Erhebungen führt die Naturwacht bereits seit 2008 durch.

Fledermäuse ziehen sich jeden Winter in geschützte und frostfreie Quartiere zurück. Während des Winterschlafes senken sie ihre Körpertemperatur stark ab und fahren ihren Stoffwechsel herunter. So überstehen sie die insektenarme Zeit. Der vergangene Winter brachte über Wochen strengen Frost mit sich. Einige Quartiere kühlten so stark aus, dass sie für die Tiere ungeeignet wurden. Dringt die Kälte in ihre Verstecke ein, wechseln sie meistens den Standort. Deshalb fanden die Ranger*innen in manchen Anlagen weniger Tiere als erwartet.

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Großes Mausohr. Foto: Andreas Lauter

Erschwerend kam hinzu, dass an mehreren Standorten Einflugöffnungen beschädigt wurden. Solche Eingriffe haben gravierende Folgen. „Winterquartiere sind sensible Schutzräume. Wenn Menschen dort eindringen oder Zugänge zerstören, verlieren Fledermäuse nicht nur den Zugang zu ihrem Unterschlupf. Jede Störung zwingt sie zum Aufwachen und kostet sie überlebenswichtige Energie“, sagt Ranger Michael Schünemann.

„Auch Taschenlampenlicht oder laute Geräusche können reichen, um Tiere aus dem Winterschlaf zu holen.“

Beim Aufwachen steigt die Körpertemperatur der Fledermäuse innerhalb kurzer Zeit von wenigen Grad auf nahezu 40 Grad Celsius. Dieser Vorgang verbraucht viel Energie. Reichen die Reserven bis zum Frühjahr nicht aus, schwächt das die Tiere erheblich. Zudem besteht die Gefahr, dass beschädigte Zugänge im Frühjahr den Ausflug versperren. Dann können die Fledermäuse bei milderen Temperaturen nicht ausfliegen, um erste Insekten zu jagen.

Die Naturwacht achtet deshalb besonders auf ein schonendes Vorgehen. Die Kontrollen finden nur einmal pro Winter statt. Das Team arbeitet leise, bleibt nur so lange wie nötig in den Anlagen und setzt Licht sehr sparsam ein.

Trotz der schwierigen Bedingungen zeigt sich ein erfreulicher Trend: Die Fledermauszahlen sind im Vergleich zum milderen Winter 2024/25 gestiegen. Insgesamt wurden 765 Tiere gezählt – 144 mehr als im Vorjahr. Besonders beeindruckend war ein Quartier mit 262 Zwergfledermäusen. Insgesamt konnten sieben verschiedene Fledermausarten nachgewiesen werden.

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Zwei Wasserfledermäuse. Foto: Andreas Lauter

Fledermäuse sind übrigens nützliche Helfer im Garten. Sie jagen in der Dämmerung und in der Nacht und fressen große Mengen Insekten wie Mücken, Käfer und Motten. Wer Fledermäuse im eigenen Umfeld beobachten kann, profitiert also von einer natürlichen „Insektenkontrolle“.

Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer können die Tiere gezielt unterstützen. Nachts blühende, heimische Pflanzen wie die Königkerze locken Insekten an und sichern damit die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse. Auch der Verzicht auf grelles Dauerlicht im Garten hilft, denn viele Insekten und Fledermäuse meiden stark beleuchtete Bereiche.

Hintergrundinformationen zur Naturwacht Brandenburg

Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes und füllen das Motto „Mittler*innen zwischen Mensch und Natur“ mit Leben. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.

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Winterquartierkontrolle. Foto: Andreas Lauter

Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse an Natur- und Umweltschutz.

Mehr als 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg.

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Braunes Langohr. Foto: Cara Böker
Von: Naturwacht Brandenburg
Tags: NaturNaturpark BarnimUmweltUnser Barnim

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