Bernau: Am Samstag, dem 21. März 2026, hat die Stadt Bernau gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bernau, der Polizei, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, den Johannitern, dem Landkreis Barnim, der Barnimer Busgesellschaft, der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft und der Stadtwerke Bernau erfolgreich eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durchgeführt.
Grundlage war ein realitätsnahes Szenario
Um 6.10 Uhr wurde ein Brand am Umspannwerk in der Zepernicker Chaussee festgestellt. Nachdem das Feuer schnell gelöscht werden konnte, gingen zeitversetzt weitere Notrufe ein, weil mehrere Ampelanlagen ausgefallen waren und Verkehrsunfälle nach sich zogen. Während des Übungsszenarios war die Brandursache unklar. Infolge des Schadens fiel in der gesamten Stadt Bernau der Strom aus. Die Stadtwerke Bernau gingen davon aus, dass die Wiederherstellung der Stromversorgung bis zu 48 Stunden dauern könnte.

Im Übungsszenario gab es eine eingeschränkte Wasserversorgung, Pflegeeinrichtungen ohne Notstromaggregate und Beatmungspatienten, die zu finden und zu versorgen waren. Es gab inszenierte Unfälle mit Personenschaden infolge von Ampelausfällen, emotionale Auseinandersetzungen an den Katastrophenschutz-Leuchttürmen oder steckengebliebene Fahrstühle, sodass ergänzende Maßnahmen zur Notversorgung geprüft wurden. Die Einsatzkräfte aller beteiligten Organisationen wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt. Insgesamt waren über 80 Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen sowie mehr als 60 Mitarbeitende der Stadtverwaltung und mehr als 70 Ehrenamtliche in den Ortsteilen an der Übung beteiligt. „Ich bin froh, dass die Bereitschaft in den Ortsteilen so groß war und wir mit viel Engagement aus der Bürgerschaft den Katastrophenfall üben konnten“, so Bernaus Bürgermeister André Stahl.
Gemeinsam für den Ernstfall gewappnet
Trotz der umfangreichen Lage blieb die Übung für die Bevölkerung nahezu unbemerkt. Abgesehen von Hinweisen durch Sirenenzeichen, WarnApps und vermehrtem Einsatzfahrzeugverkehr kam es zu keinen Einschränkungen. Bürgermeister André Stahl betonte die Bedeutung solcher Übungen: „Ein großflächiger Stromausfall ist ein Szenario, das wir uns alle nicht wünschen, das aber jederzeit eintreten kann. Deshalb müssen wir vorbereitet sein. Die heutige Übung hat gezeigt, wie wichtig klare Abläufe, funktionierende Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen sind. Besonders danken möchte ich den Ortsbeiräten für ihre organisatorische Unterstützung sowie den zahlreichen Freiwilligen, die mit großem Engagement dabei waren. Alles hat nahezu perfekt funktioniert.“ Auch Barnims Landrat Daniel Kurth hob die Relevanz der gemeinsamen Vorbereitung hervor: „Krisen machen nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen halt. Nur wenn wir regelmäßig miteinander üben, können wir im Ernstfall schnell, abgestimmt und wirkungsvoll handeln. Die Stadt Bernau hatte sich die Übungsaufgabe gestellt, 45.000 Menschen ohne Strom zu versorgen. Eine mutige und wichtige Aufgabe. Die heutige Übung war ein wichtiger Baustein und ich danke allen Beteiligten sehr für ihren engagierten Einsatz.“

Ein Schwerpunkt des Übungstages war die Inbetriebnahme der zehn Katastrophenschutz‑Leuchttürme, die im Ernstfall als zentrale Informations- und Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen. Alle Infopunkte wurden probeweise aufgebaut, mit Notstrom versorgt und in Betrieb genommen. Parallel dazu wurden die Alarmierungswege, die Koordination der Einsatzkräfte sowie technische Abläufe wie die Inbetriebnahme von Notstromaggregaten und die Funktionsfähigkeit der Sirenen getestet. Die Schnelleinsatzgruppe, eine Katastrophen-Schutzkomponente des Landkreises hat im Rahmen der Übung den Aufbau von Zelten und Betten erprobt. „Mein großer Dank gilt den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr, die diese Übung vorbildlich und federführend vorbereitet haben und alle Beteiligten geschult haben“, so Bürgermeister André Stahl. Die reguläre Notfallversorgung war während der gesamten Übung sichergestellt. Die Stadt Bernau weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, wie wichtig persönliche Krisenvorsorge ist. Auf der städtischen Internetseite finden Interessierte umfangreiche Hinweise und Empfehlungen, wie sie sich auf mögliche Notlagen vorbereiten können, um im Ernstfall gut gewappnet zu sein.
















