Sie gehören zu den heimlichen Stars unter den Wildpflanzen: die Orchideen im Naturpark Barnim. Zwischen Ende April und Ende Juni waren die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht wieder unterwegs, um die seltenen Pflanzen an ihren bekannten Standorten zu zählen und ihre Entwicklung zu beobachten.
Besonders im Fokus stehen dabei die Knabenkräuter. Früher wurden sie im Volksmund auch „Kuckucksblumen“ genannt, weil ihre Blütezeit auf die Zeit fällt, wenn auch der Ruf des Kuckucks zu hören ist. Der Name hat sich bis heute in manchen Regionen erhalten. Die Pflanze selbst gehört zu den heimischen Orchideenarten und ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ökologisch bedeutsam.

Im Naturpark Barnim kommt inzwischen häufiger eine Mischform – ein sogenannter Hybrid – aus dem Breitblättrigen und dem Steifblättrigen Knabenkraut vor als die beiden Ursprungsarten selbst. „Gerade diese Hybridform ist typisch für unsere Region“, erklärt Dirk Krone, Ranger der Naturwacht Barnim. „Wir beobachten sie mittlerweile an immer mehr Standorten. Das zeigt, wie dynamisch sich die Natur entwickelt – und wie wichtig es ist, genau hinzuschauen.“
In diesem Jahr fielen bei der Zählung besonders viele kleine Pflanzen oder Exemplare ohne Blüte auf. Als mögliche Ursache gelten der Wassermangel im Frühjahr und die kalten Nächte im Mai. Umso größer war die Freude über die wenigen großen Pflanzen, die sich trotz der schwierigen Bedingungen zeigen konnten. Gleichzeitig gab es auf einigen Flächen mehr Orchideen als in den Vorjahren – ein positives Signal für die Entwicklung der Standorte.

Damit sich die Orchideen gut entwickeln können, ist die richtige Pflege ihrer Lebensräume entscheidend – etwa durch eine gezielte Mahd im passenden Zeitraum. Die jährliche Zählung hilft dabei, den Zustand der Bestände zu kontrollieren und bei Bedarf naturschutzfachlich zu reagieren. Zudem werden die aktuellen Daten mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen. So lässt sich erkennen, ob sich bestimmte Maßnahmen bewährt haben oder angepasst werden müssen.
Orchideen wie das Knabenkraut sind hochspezialisiert und reagieren sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Umso wichtiger ist das genaue Beobachten – denn nur, wer weiß, was da wächst, kann es auch wirksam schützen.















