Panketal: „Die Geige spielt – die Ukraine weint“. So lautete das Motto des landesweiten Violin- und Violoncello – Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche 2024, dessen Gewinner im Februar 2025 für einige Tage im Barnim zu Gast waren. Am Sonnabend, den 22.Februar 2025 fand um 16.30 Uhr in in der Mensa des Gymnasiums Panketal mit dem fünften vom Verein „Kunstbrücke Panketal e.V.“ organisierten Benefizkonzert zugunsten der Ukrainehilfe ein Höhepunkt dieses Besuches statt.
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Zuvor waren die Nachwuchsmusiker gemeinsam mit einigen Musikschülern aus Berlin und dem Barnim unter anderem von der Brandenburger Landtagspräsidentin Dr. Ulrike Liedtke im Brandenburger Landtag empfangen worden und hatten dort eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens gegeben.
Der anschließende Streifzug durch die Landeshauptstadt inklusive Eisessen und Einkaufsbummel ließ zumindest einen Hauch von Normalität aufkommen. „Es ist schön, mal ein paar Tage nicht Angst zu haben vor Luftangriffen“, erklärte Ljubomir Kudovba, der als Übersetzer seinen Vater Wolodymyr begleitete und per App zur Kenntnis nehmen musste, dass just in dieser Zeit seine Heimatstadt Lviv wieder unter russischen Drohenangriffen zu leiden hatte.
Es ist dem Tatendrang von Wolodymyr Kudovba, Sänger, Musiklehrer und Leiter des Fora Art Zentrums in Lviv sowie seinem Barnimer Kollegen Niels Templin, Musiker und Musikschullehrer und Vorsitzender des Vereins „Kunstbrücke Panketal e.V.“ zu verdanken, dass Musiker und Kinder aus der Ukraine bereits zum dritten Mal zu Gast in Panketal sind. Direkt nach dem Überfall Russlands begann über die Caritas eine intensive Zusammenarbeit im Bereich humanitärer Hilfe, die bereits im März 2022 zum ersten Benefizkonzert mit Beteiligung von Nachwuchsmusikern aus Lviv führte.
Das Konzert am 22. Februar stand ganz im Zeichen der Hoffnung, dass „die Ukraine noch nicht verloren ist“ (Zitat aus dem Text der ukrainischen Nationalhymne), wie Niels Templin in seiner Moderation zum Ausdruck brachte.
Auf dem Programm standen neben den acht Siegerbeiträgen – Werke von M. Lyssenko, H. Wieniawski und Karpaten-Jazz – der ukrainischen Musikschüler auch mehrere gemeinsam erarbeitete Stücke unter anderem von G.F. Händel, M.A. Charpentier, A. Vivaldi, J. Haydn, T. Petrenenka u.a.
Das Gemeinsame zu betonen und das Trennende zu überwinden, so betonte es die Schirmherrin der Veranstaltung, die Bundestagsabgeordnete Simona Koß, sei auch mit Hilfe der Musik möglich.
Die acht jungen ukrainischen Preisträger, alle zwischen 10 und 15 Jahre alt, überzeugten mit ihren Darbietungen das reichlich erschienene Panketaler Publikum. Künstlerische und emotionale Höhepunkte boten vor allem auch das gemeiname Werk „Ukraina“ von Petrenenka, auch gesungen von Volodymyr Kudovba und „Gebet für die Ukraine“ von M. Lyssenkow am Ende des Konzertes.
Den gemeinsamen Teil des Konzertes unter der musikalischen Leitung von Niels Templin bestritten die Musikschülerinnen und -schüler der Musikschule Marzahn-Hellersdorf und der Neuen Musikschule Bernau-Panketal zusammen mit Frederike Templin (Violine) und der Pianistin Christiane Hanke-Bleidorn, die fast alle Solobeiträge der jungen Ukrainer am E-Piano begleitete. Das sichtlich berührte Panketaler Publikum dankte zum Abschluss mit stehenden Ovationen.
Zwischendurch berichtete Dietrich Rudorf von der Caritas-Gesundheit Berlin über den Stand der humanitären Hilfe. Insbesondere die Anschaffung eines Ultraschallgerätes und einer Schlucksonde wurden so mit Unterstützung aus Panketal ermöglicht.
Die Gäste konnten auch einige ukrainische Spezialitäten wie Kwas, Wurst oder Gebäck probieren. Ein besonders herzlicher Dank geht dabei an das Team der Ukrainehilfe Lobetal, welches eine große Menge selbstgebackener Getreideriegel zur Verfügung stellte.
Am Abend kamen während der Veranstaltung cirka 1300 € an Spenden zusammen, die teils dem gemeinnützigen Sheptytsky Hospital zugute kommen werden, teils einer ebenfalls in Lviv beheimateten Kinder-Krebsstation.